Alpenländischer Immobilienmarkt passt sich dem Wandel an

13 Oktober 2016

  • Die etablierten alpenländischen Ferienregionen müssen ihr Angebot anpassen, um die Generation Y für sich zu gewinnen
  • St. Moritz, Val d’Isère und Verbier sind die teuersten orte in den Alpen
  • Österreich bietet nach wie vor ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schwacher Sterling nach EU-Referendum verteuert Ferienimmobilien in der Schweiz für Briten um 8,6 %, in Österreich um 7,8 %

Dem aktuellen Alpine Property Market Report von Savills World Research und Alpine Homes zufolge müssen die Wintersportregionen mehr dafür tun, für die Millennium-Generation attraktiv zu werden, nachdem die Babyboom-Generation altersbedingt auf das Ende ihrer aktiven Skilaufbahn zusteuert.

Die Generation Y - technologiegeprägt, aber häufig unter Zeitdruck und noch mit Studienkosten belastet, braucht ein zu ihr passendes Skierlebnis, weshalb die Ferienregionen ihr Angebot entsprechend neu ausrichten müssen. Viele Orte bieten bereits kostenloses Wifi auf den Skipisten an, und einige rücken mittlerweile von der von der Babyboomer-Generation noch bevorzugten traditionellen und rustikalen Ausstattung von Hotels und Zimmern ab hin zu einem moderneren Design. Anlagen nach Art der Winter-X-Games und Musikfestivals wie das „Snowbombing“ in Mayrhofen entwickeln sich in vielen Orten zu festen Einrichtungen. Immobilieninvestoren könnten daher gut beraten sein, sich für Objekte in den etablierten, gut erreichbaren Orten mit einem vielfältigen Angebot außerhalb des Skisegments zu entscheiden.

Paul Tostevin, Associate Director Savills World Research, sagt: „Die Zahl der Skiläufer im Westen stagniert auf einem hohen Niveau, in einigen Märkten ist sie jedoch rückläufig. Am widerstandsfähigsten werden sich die alpinen Skigebiete erweisen, die in der Lage sind, ihre Nachfragebasis zu diversifizieren. Dies bedeutet, sie müssen neue, jüngere Urlauber - für eine Vielzahl von Aktivitäten - ansprechen und auch die expandierenden asiatischen Wintersportmärkte für sich erschließen.“

„Die Spitzen-Wintersportorte in den Alpen haben einen wesentlichen Vorteil, nämlich ihren Namen als Urlaubsziel für die Vermögenden der Welt. Nur wenige internationale Konkurrenten genießen ein ähnliches Ansehen wie die Ziele in der Schweiz, Frankreich oder Österreich. Wir gehen davon aus, dass auf Seiten der Neureichen die Nachfrage nach neuen Märkten steigt, da diese an den ‚richtigen‘ Orten präsent sein wollen.“

Die Immobilienpreise stagnieren weitgehend flächendeckend, und die internationalen Käufer und Verkäufer verzeichneten durch Währungskursschwankungen weder Gewinne noch Verluste. Als Folge des britischen EU-Referendums und der Abschwächung des Sterling waren, haben sich Wohnimmobilien in der Schweiz für Investoren, die in Pfund Sterling kaufen, um 8,6 % verteuert, während französische und österreichische Zweitwohnsitze 7,6 % mehr kosten. Auf US-Dollar basierte Käufer sind in einer geringfügig besseren Position als im Mai dieses Jahres.
 
Schweiz
Mit Quadratmeterpreisen von € 21.200 (CHF 23.000) ist St. Moritz nach wie vor der teuerste Ferienort der Schweiz und sogar der Alpen. Verbier folgt mit € 16.800 (CHF 18.000), wobei jedoch aufgrund des Lex Weber, das den zum Kauf als Zweitwohnsitz verfügbaren Bestand begrenzt, flächendeckend mit steigenden Preisen zu rechnen ist. Die erteilten Baugenehmigungen befinden sich aktuell in der Realisierungsphase, und die aktuelle Saison wird die letzte sein, in der Apartments im Projektstadium an ausländische Käufer veräußert werden können.

Zukünftig dürften sich einige kleinere Ferienorte steigender Nachfrage erfreuen, da ausländische Käufer mit begrenztem Budget gezwungen sind, sich im weiteren Umfeld umzuschauen. La Tzoumaz, Nachbarort von Verbier, bietet eine gute Anbindung an „Les 4 Vallées“ und erschwinglichere Immobilien zu etwa € 4.600 pro m² (CHF 5.000 pro m²). Auch Nendaz könnte für ausländische Käufer interessant sein, da hier bald eine internationale Schule eröffnet wird und erst kürzlich im Ortszentrum das Hotel Nendaz 4 Vallées & Spa errichtet wurde.

Österreich
Österreich, das auf internationaler Ebene erst später an Bedeutung gewonnen hat, bietet im Vergleich zu seinen schweizerischen und französischen Pendants nach wie vor ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die österreichischen Skiorte befinden sich grundsätzlich in tieferen Höhenlagen und die Saisons sind kürzer. Vielmehr empfehlen sie sich als Ganzjahres-Destinationen und sind so für ein vielschichtiges Publikum interessant.

Kitzbühel ist in der Savills-Rangliste der alpenländischen Skiorte der teuerste auf österreichischer Seite, allerdings nur halb so teuer wie seine Pendants in der Schweiz. Die bekanntesten Orte Sölden, Mayrhofen und Zell am See zählen mit Quadratmeterpreisen um € 6.000 insgesamt zu den preisgünstigen in der Rangliste.

Frankreich
Die Nachfrage nach Spitzenimmobilien in den französischen Alpen wird traditionell von britischen Käufern geprägt. 2015 profitierten diese von einem schwachen Euro und waren daher im Markt besonders aktiv. Mittlerweile ist dieser Währungsvorteil jedoch nicht mehr vorhanden, und die Auswirkungen auf die Transaktionsvolumina in Pfund Sterling bleiben abzuwarten. In Euro agierende Käufer, vor allem Holländer und Belgier, gewinnen weiterhin an Bedeutung.

Val d’Isère ist mit € 18.000 pro m² der teuerste französische Skiort (wobei Courchevel 1850 alleine betrachtet nach wie vor noch teurer ist), während sich Tignes, La Plagne und Flaine mit € 7.000 weitaus günstiger darstellen.

Jeremy Rollason, Managing Director Savills Alpine Homes, sagt: „Dass britische Käufer den alpenländischen Immobilienmarkt nicht in dem Maße dominieren wie sie es noch vor 10 Jahren hätten tun können, ist gut für die Projektentwickler. Wir beobachten in allen Alpenregionen eine Diversifizierung der Käufernationalitäten, wobei belgische, holländische und chinesische Investoren neben einheimischen Käufern besonders aktiv sind. Britische Käufer, die die Währungsschwankungen härter hätten treffen können, kehren nach dem Brexit-Votum langsam auf den Markt zurück.“

Spotlight: Alpine Property Markets

 
 

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