Wohninvestmentmarkt Deutschland Q3 2016

07 Oktober 2016

Wohnungspakete bleiben rar, werden kleiner und teurer

•    Transaktionsvolumen geht gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 61 % auf ca. 7,2 Mrd. Euro zurück
•    Umsatz mit Projektentwicklung steigt von 1,1 Mrd. Euro im Vorjahr auf knapp 2 Mrd. Euro
•    Preisniveau verharrt bei 87.000 Euro je Wohneinheit – weiterer Anstieg unwahrscheinlich

Am deutschen Wohninvestmentmarkt wechselten in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres Pakete für ca. 7,2 Mrd. Euro den Eigentümer. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang um mehr als 60 %. „Der deutliche Rückgang lässt sich vor allem auf die geringe Anzahl an Transaktionen ab 5.000 Wohneinheiten zurückführen. Davon gab es im laufenden Jahr lediglich eine, während im Vorjahr sechs Verkäufe dieser Größenordnung stattfanden“, erläutert Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany. Die Zahl der Transaktionen insgesamt blieb dagegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum unverändert (ca. 200).

Den Mangel an großen Portfolios bekommen in erster Linie die Immobilien-AGs zu spüren. Während diese den Markt in den letzten fünf Jahren mit einem jährlichen Nettoankaufsvolumen von ca. 3,4 Mrd. Euro dominierten, kommen sie im bisherigen Jahresverlauf auf lediglich ca. 350 Mio. Euro.

Aktiver als in den Vorjahren sind dagegen Spezialfonds und Versicherungen, die aufgrund ihrer Risikoaversion von der zuletzt deutlich gestiegenen Bauaktivität in besonderem Maße profitieren, da hier Angebot entsteht, das zu ihrem Risikoprofil passt. Knapp 2 Mrd. Euro flossen im bisherigen Jahresverlauf in Projektentwicklungen. Im selben Zeitraum des Vorjahres war es nur etwas mehr als die Hälfte. Die Investoren tragen also maßgeblich dazu bei, dass neuer Wohnraum geschaffen wird.

Aufgrund des gestiegenen Anteils an Projektentwicklungen sowie des anhaltenden Nachfrageüberhangs blieben die Preise mit knapp 87.000 Euro je Einheit sehr hoch. „Einen weiteren nennenswerten Anstieg des Preisniveaus halten wir nicht zuletzt deshalb für unwahrscheinlich, weil die absehbar strengere Regulierung des Wohnungsmarktes durch die Politik die Mietwachstumserwartungen der Investoren dämpft“, so Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany. „Die Nachfrage nach deutschen Wohnimmobilien ist und bleibt dennoch hoch. Das Transaktionsvolumen wird den Vorjahreswert zwar erwartungsgemäß deutlich verfehlen, dürfte aber zumindest den zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich erreichen“, so Pink weiter. Mit der angestrebten Übernahme der Conwert AG durch die Vonovia AG beitragen könnte im 4. Quartal sogar noch eine Transaktion mit einem Milliarden-Volumen stattfinden.

Marktüberblick Wohninvestmentmarkt Deutschland Q3 2016 (PDF)

 
 

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