Bürovermietungsmarkt Deutschland Q1 2017

07 April 2017

Beschäftigtenwachstum führt zu Fortsetzung der Rallye am Bürovermietungsmarkt – Mietpreissteigerungen setzten sich auch in 2017 weiter fort

  • Deutsche Büromärkte starten mit hohem Flächenumsatz von 857.100 m² (+ 2,3 % ggü. Q1-2016)
  • Leerstandsquote geht ggü. Vorquartal um 20 Basispunkte zurück – im Durchschnitt der Top-6-Märkte stehen noch 5,6 % leer
  • Flächenfertigstellungsvolumen von rund 800.000 m bereits rund zwei Drittel (vor)vermietet
  • Spitzen- und Durchschnittsmiete werden in der Folge weiter zulegen

Die Rallye an den deutschen Bürovermietungsmärkten hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 fortgesetzt. „Das aktuelle Beschäftigtenwachstum und die damit verbundenen Unternehmensexpansionen sind der wesentliche Treiber der hohen Flächennachfrage“, erläutert Marcus Mornhart, Managing Director und Head of Agency Germany bei Savills. In Summe der Top-6-Märkte belief sich der Flächenumsatz auf 857.100 m² und lag damit 2,3 % über dem Wert des Vorjahresquartals. Auch neue Nachfragegruppen wie Anbieter von Coworking Spaces sind zunehmend aktiv. Anbieter solcher Flächen mieteten im 1.Quartal unter anderem in Hamburg, Frankfurt, München und Düsseldorf mehr als 15.000 m² an.

Demgegenüber steht jedoch angebotsseitig das Problem, dass Unternehmen häufig nicht die Flächen finden, die sie suchen. Dies spiegelt sich in der Entwicklung der Leerstandsquote wider, die im Durchschnitt der Top-6-Märkte innerhalb der letzten zwölf Monate um 90 Basispunkte auf 5,6 % zurückging. Insbesondere in Berlin (2,5 %) und München (3,8 %) befinden sich die Leerstandsquoten auf besonders niedrigen Niveaus. „Mietinteressenten müssen immer öfter Kompromisse eingehen, sei es zum Beispiel die Anmietung von zwei räumlich getrennten Büros statt einem zusammenhängenden, die Zahlung einer höheren Miete als geplant oder das Ausweichen auf einen weniger zentral gelegenen Teilmarkt als gewünscht“, führt Mornhart aus.

Eine Entspannung der Situation aus Sicht der Büronutzer ist im laufenden Jahr nicht abzusehen. Dazu ist das Flächenfertigstellungsvolumen von rund 800.000 m² in diesem Jahr zu gering, zumal davon bereits rund zwei Drittel (vor)vermietet sind. „Die logische Folge der sich weiter verschärfenden Flächenknappheit: Die Mieten werden weiter steigen“, so Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills. Savills geht davon aus, dass sich die Spitzenmiete im Durchschnitt der Top-6-Märkte bis Jahresende um 1,2 % auf 21,70 Euro/m² erhöhen wird, die Durchschnittsmiete wird voraussichtlich um 2,0 % auf 16,20 Euro/m² zulegen. Der Aufwärtstrend wird sich höchstwahrscheinlich auch in den kommenden beiden Jahren fortsetzen. Zwar fällt das absehbare Fertigstellungsvolumen 2018/19 mit in Summe ca. 2,4 Mio. m² höher aus als in diesem Jahr, aber auch hiervon ist bereits knapp die Hälfte belegt. Selbst wenn sich für die andere Hälfte keine Nutzer finden sollten – freilich nur ein theoretisches Szenario – stiege der Leerstand in den Top-6-Märkten lediglich um 1,5 Prozentpunkte an.

„Unternehmen, die ihre Anmietungsentscheidung in der Hoffnung auf ein größeres Büroflächenangebot und eventuell sinkende Mieten herauszögern, sind schlecht beraten. Ihre Verhandlungsposition gegenüber den Vermietern dürfte sich in den nächsten Jahren eher verschlechtern“, so die Prognose von Mornhart.

 
 

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