Angebotsengpass sorgt für ruhiges 1. Quartal am Stuttgarter Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien

11 April 2017

  • Das Transaktionsvolumen beträgt 244 Mio. Euro, 30 Prozent weniger als im Vorjahresquartal
  • Knappes Angebot in A-Lage treibt Mieter und Investoren in sekundäre Lagen
  • Eine steigende Produktverfügbarkeit dürfte im Jahresverlauf Schwung in den Investmentmarkt bringen

In Stuttgart wurden im 1. Quartal 2017 Gewerbeimmobilien für etwa 244 Mio. Euro gehandelt. Das sind 30 % weniger als im 1. Quartal 2016 und ebenfalls weniger als der mittlere Quartalsumsatz der vergangenen fünf Jahre, der bei 306 Mio. Euro liegt. Die größte Transaktion war der Verkauf des Mischobjekts bestehend aus dem Aloft-Hotel und dem Office Milaneo an Real I.S. aus München.

Büroobjekte zeichneten für etwa zwei Drittel des Transaktionsvolumens verantwortlich. Bei Handelsimmobilien hingegen wechselte in den ersten drei Monaten des Jahres kein einziges Objekt den Eigentümer.

Das enge Angebot in bester Lage zwingt Mieter und Investoren wie in anderen Märkten auch in Stuttgart zum Umdenken. „Die hohe Nutzernachfrage nach Büroflächen bei gleichzeitigem Angebotsengpass in den zentralen Lagen lässt Mieter zunehmend auf B-Lagen und das Umland ausweichen“ sagt Dr. Frank Urfer, Director Investment bei Savills in München und Stuttgart. Vor allem Mieter aus der Automobil- und Maschinenbaubranche wählen in Stuttgart auch Flächen außerhalb des Zentrums und binden sich langfristig. „Solche Gewerbeobjekte mit langlaufenden Mietverträgen sind bei vielen Investoren sehr gefragt. Denn sie bieten trotz einer sekundären Lage planbare Einnahmen von bonitätsstarken Nutzern“, erläutert Urfer.

Der Bieterwettstreit in diesen Lagen hat sich daher intensiviert. Für den Rest des Jahres ist sogar mit einem weiteren Nachfrageanstieg zu rechnen. Allerdings kommen hier auch einige neue Investitionsobjekte auf den Markt. In den Stadtteilen Vaihingen, Möhringen, Fasanenhof und Weilimdorf haben die Projektentwicklungsaktivitäten zugenommen.


Gewinnmitnahmen und Portfoliobereinigungen dürften Angebot beleben
Neben dem Neubauangebot dürften verkaufsbereite Bestandshalter dazu beitragen, dass die Transaktionsaktivität im Jahresverlauf wieder an Dynamik gewinnen wird. „Geschlossene Fonds und Private-Equity-Investoren nutzen die Marktphase für einen Verkauf und die Gewinnmitnahme. Gleichzeitig bereinigen große institutionelle Bestandshalter ihre Portfolios“, sagt Urfer. Beides dürfte das verfügbare Angebot in den kommenden Monaten vergrößern. Dieses Angebot trifft auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach Gewerbeimmobilien. „Gerade in Zeiten globaler Risiken verspricht Stuttgart als ein Zentrum der Realwirtschaft eine vergleichsweise hohe Stabilität und wird somit als ein sicherer Hafen angesehen“, erklärt Urfer.

Diese Stabilität weckt auch zunehmend das Interesse von vermögenden Privatpersonen und Family Offices, die nach Anlagemöglichkeiten in Stuttgart suchen. Insbesondere das Marktsegment mit Objektvolumen von bis zu 10 Mio. Euro ist mittlerweile in hohem Maße durch Privatkäufer geprägt. Auch ausländische Investoren wittern Chancen im Ländle: Immer mehr Interessenten aus dem Mittleren Osten prüfen Stuttgarter Gewerbeimmobilien, insbesondere Objekte mit langlaufenden Mietverträgen mit international bekannten und renommierten Unternehmen.

 
 

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