Wohninvestmentmarkt Deutschland Q1 2017

11 April 2017

Weiter steigende Preise aufgrund von immer mehr Projektankäufen – Berlin ist unangefochtene Investmenthauptstadt

  • Transaktionsvolumen von 3,14 Mrd. Euro – Anstieg von 53 % ggü. Q1-2016
  • Anteil von Projektentwicklungen steigt erneut an – 28 % des Volumen entfallen auf Objekte in Bau oder Planung
  • Die Durchschnittspreise je Wohnung steigen aufgrund des Projektentwicklungsbooms stark an – 98.200 Euro im ersten Quartal (+ 25 % ggü. Q1-2016)
  • Berlin ist mit einem Anteil von 43 % des Volumens der mit Abstand umsatzstärkste Markt

Der deutsche Wohninvestmentmarkt startete sehr dynamisch ins Jahr 2017. Zwischen Januar und Ende März summierte sich das Transaktionsvolumen auf mehr als 3,1 Mrd. Euro, womit das Ergebnis des letztjährigen Auftaktquartals um 53 % übertroffen wurde. Mit einem Anteil von 43 % war Berlin der mit Abstand gefragteste Wohninvestmentmarkt. „Das kontinuierliche Wachstum der Bundeshauptstadt und ihr derzeit angespannter Wohnungsmarkt versprechen über Jahre hinweg eine sehr geringe Leerstandquote und mithin stabile Mieteinnahmen“, begründet Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany, den anhaltenden Run auf Berliner Wohnimmobilien. Auf den zweiten Rang der umsatzstärksten Wohninvestmentstandorte kam Hamburg – fast 13 % des Investmentumsatzes entfielen auf die Elbmetropole. Eine hohe Handelsaktivität mit Wohnungspaketen konnte zudem in Nordrhein-Westfalen (16 % des Transaktionsvolumens) beobachtet werden.

Angesichts der stärkeren Projektentwicklungsaktivität nahm der Anteil von Projektentwicklungsankäufen erneut zu und lag im ersten Quartal bei 28 % (Gesamtjahr 2016: 21 %). Dementsprechend stiegen auch die Durchschnittspreise je Wohnung weiter an und lagen zuletzt bei rund 98.200 Euro. Dies bedeutet eine Steigerungsrate von etwa einem Viertel gegenüber dem ersten Quartal 2016. In den A-Städten stiegen die mittleren Kaufpreise sogar auf 151.800 Euro – eine bemerkenswerte Zunahme von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Weil größere Bestandsportfolios Mangelware sind, der Wohnungsneubau boomt und weil Neubauobjekte zudem von den Regulierungen der Mietpreisbremse befreit sind, dürften Projektentwicklungskäufe auch in den kommenden Quartalen ihren hohen Anteil am Gesamtumsatz beibehalten“, erwartet Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany.

Während das Transaktionsvolumen aufgrund des höheren Neubauanteils um 53 % zunahm, nahm die Zahl der gehandelten Wohneinheiten deutlich langsamer zu. Etwa 25.000 Wohnungen (im Rahmen von Transaktionen mit mindestens 50 Wohneinheiten) wechselten von Januar bis Ende März den Eigentümer und damit 26 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies unterstreicht die Verschiebung des Transaktionsgeschehens von großen Bestandsportfolios zu Gunsten von kleineren Projektentwicklungen.

„Da die großen Portfolios in den vergangenen Jahren fast ausnahmslos an Wohnimmobilien-AGs gingen, dürften diese Großbestände dem Markt auf absehbare Zeit de facto entzogen sein“, konstatiert Pink und ergänzt: „Der Aufbau eines großen Wohnungsbestandes ist nicht mehr mit zwei, drei Ankäufen zu realisieren, sondern der Akquisition zahlreicher kleiner und mittlerer Portfolios oder Einzelobjekte.“

Da deutsche Wohnimmobilien bei vielen Investoren als eine vergleichsweise krisenresistente und wenig volatile Kapitalanlage gesehen werden, dürfte die Nachfrage auch im weiteren Jahresverlauf hoch bleiben. „Da viele Investoren, auch aufgrund der zunehmenden Regulierung bei Bestandsmieten, stark auf den Kauf von Neubauten und Projekten setzen und die Produktverfügbarkeit in diesem Bereich weiter steigt, zeichnet sich bereits jetzt ab, dass in diesem Jahr mit einem Transaktionsvolumen von über 10 Mrd. Euro zu rechnen ist“, blickt Pink voraus.

 
 

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