Büroinvestmentmarkt Deutschland Q1 2017

12 April 2017

Steigendes Transaktionsvolumen, weil hohe Nachfrage auf steigendes Angebot trifft – Preisrallye in Frankfurt in Sicht

  • Transaktionsvolumen am Büroinvestmentmarkt steigt auf 4,6 Mrd. Euro (+ 22 % ggü. Q1-2016)
  • Risikoaverse Core-Investoren bevorzugen Einzeltransaktionen und homogene Portfolios
  • Steigendes Angebot aufgrund von Gewinnmitnahmen und Portfoliobereinigungen

Das Interesse an deutschen Büroimmobilien ist ungebrochen hoch. Gleichzeitig erweitert sich das Angebot. So lag der Transaktionsumsatz mit Büroimmobilien im ersten Quartal 2017 mit 4,6 Mrd. Euro um 22 % höher als im Startquartal 2016. Mit einem Anteil von 38 % am gesamten Gewerbetransaktionsvolumen liegen Büroimmobilien deutlich vor Handelsobjekten (23 %) sowie Logistik- und Industrieimmobilien (16 %).

„Bezeichnend für die überwiegend recht risikoaverse Anlagestrategie der Investoren ist die hohe Zahl von Einzeltransaktionen“, erläutert Marcus Lemli, CEO Germany / Head of Investment Europe bei Savills, „Ihr Anteil liegt mit 86 % am gehandelten Volumen deutlich über dem Fünf-Jahres-Mittel von 76 %.“ Dementsprechend waren auch die fünf größten Büroverkäufe im ersten Quartal Einzeltransaktionen. Zu den Top-Deals zwischen Januar und März zählen der Verkauf des Kap West in München, des Zalando-Campus in Berlin, des Highrise One in München sowie die Veräußerung der Telefónica-Zentrale in München und der früheren Vattenfall-Zentrale in Berlin.

Die stärkste Dynamik verzeichnet Düsseldorf mit einem um 83 % auf 377 Mio. Euro gestiegenen Transaktionsumsatz, gefolgt von Berlin mit einem Plus von 71 % auf 723 Mio. Euro. Den höchsten Umsatz verbuchte München mit 851 Mio. Euro durch mehrere Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich. Allein Hamburg verlor – und zwar deutlich mit 55 % auf 277 Mio. Euro. „Zu dem insgesamt höheren Transaktionsvolumen trägt auch bei, dass sich viele Bestandshalter in dieser späten Phase des Zyklus von ihren Objekten trennen“, so Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany und verweist auf große institutionelle Investoren, die ihre Portfoliobereinigung vorantreiben, sowie geschlossene Fonds und Private-Equity-Investoren, die ihre Buchwertgewinne realisieren wollen. Letztere haben ihr Verkaufsvolumen im Vergleich zum Auftaktquartal 2016 um 86 % gesteigert. „Da sich so die Produktverfügbarkeit weiter erhöht, sehen wir in diesem Jahr noch kein Ende des Booms am Büroinvestmentmarkt“, erklärt Pink.

In der Konsequenz könnte sich der Trend sinkender Renditen – wenn auch abgeschwächt – weiter fortsetzen. So fielen die Spitzenrenditen seit dem Jahresende im Durchschnitt der Top-7-Märkte um 7 Basispunkte. Die niedrigste Spitzenrendite weist der Münchener Markt mit 3,2 % aus, gefolgt von Berlin (3,4 %) und Stuttgart (3,5 %). Die baden-württembergische Landeshauptstadt verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Minus von 70 Basispunkten den stärksten Renditeschwund.

„Eine Sonderkonjunktur, deren Ausmaß wir noch nicht erfassen können, erwarten wir für Frankfurt“, sagt Lemli. „Hier liegen nun die ersten Anfragen Kreditinstitute vor, die mit Blick auf den Brexit nach alternativen Standorten zu London in der EU suchen. Dies dürfte auch am Investmentmarkt zu einer weiteren Nachfrageerhöhung und mithin zu einer deutlichen Preisrallye führen.“

Doch auch in den anderen deutschen Metropolen sorgt die rege Flächennachfrage bei gleichzeitig sinkenden Leerstandsquoten für ein starkes Interesse der Investoren, die Miet- und Wertsteigerungspotenziale sehen. „Mit Blick auf seine politische Stabilität und die wirtschaftliche Stärke dürfte Deutschland global einer der gefragtesten Investitionsstandorte für risikoaverse Anleger bleiben. Angesichts der anhaltenden Nachfrage bei gleichzeitig steigendem Angebot rechnen wir für 2017 mit einem Bürotransaktionsvolumen von etwa 25 Mrd. Euro“, fasst Lemli zusammen.

 
 

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