Gewerbeinvestmentmarkt Stuttgart H1-2017:

10 Juli 2017

 

Geringe Volatilität macht Markt auch für ausländische Investoren attraktiv

  • Das Transaktionsvolumen ging mit 550 Mio. Euro um 8 % im Vergleich zum Vorjahr zurück
  • 85 % des Transaktionsgeschehens machten Büroobjekte aus
  • Ausländische Investoren gewinnen an Relevanz – Anteil steigt auf 52 %

Im 2. Quartal 2017 wurden auf dem Stuttgarter Gewerbeinvestmentmarkt zwar mehr Immobilien gehandelt als zum Jahresauftakt, auf das gesamte 1. Halbjahr gesehen ging das Transaktionsvolumen mit über 550 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (600 Mio. Euro) jedoch um etwa 8 % zurück.

Nichtsdestotrotz ist der Stuttgarter Markt auf der Landkarte fast aller großen institutionellen Investoren mittlerweile ein etablierter Investmentstandort. So suchen auch immer mehr ausländische Kapitalanleger nach Investmentmöglichkeiten in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Ihr Anteil am Transaktionsvolumen stieg im 1. Halbjahr auf 52 % an und bewegt sich demnach 10 Prozent über dem letzten Fünf-Jahres-Durchschnitt.

Die Attraktivität Stuttgarts hängt insbesondere mit der verhältnismäßig geringen Volatilität am Nutzermarkt zusammen. Während Investoren für Objekte mit langfristigen Mietverträgen Spitzenrenditen erzielen konnten, werden Immobilien mit einer geringen gewichteten Mietvertragslaufzeit hingegen weiterhin mit deutlichen Abschlägen eingepreist, was das sehr risikoaverse Investorenumfeld am Markt unterstreicht. „Als Hochburg der deutschen Weltmarktführer werden Anleger auf der Suche nach langfristig stabilen Mietverträgen mit bonitätsstarken Nutzern aber schnell fündig. Die meisten der insgesamt rund 850.000, oftmals familiengeführten Betriebe, finden sich im Ballungsgebiet in und um Stuttgart“, erläutert Dr. Frank Urfer, Director und bei Savills für das Investmentgeschäft in München und Stuttgart verantwortlich.

„Aufgrund dieser sehr stabilen und nachhaltig robusten Realwirtschaft ist die baden-württembergische Landeshauptstadt und deren Region als Investitionsstandort immer gefragter.“ Gemessen am Transaktionsvolumen dominierten folglich überwiegend langfristig agierende Käufergruppen wie Spezialfonds (29 %), Immobilien AGs / REITs (29 %), Stiftungen (18 %) sowie Investment- und Asset Manager (17 %).

Intensivierung des Bieterwettstreits zieht Renditekompression nach sich
In Bezug auf die Nutzungsart waren in den vergangenen sechs Monaten die Büroobjekte die Markttreiber am Stuttgarter Gewerbeinvestmentmarkt: Mit einem Anteil von fast 85 % liegen sie deutlich vor den Mischobjekten, die nur etwa 13 % ausmachten. Alle anderen Nutzungsarten hatten demgegenüber nur eine untergeordnete Relevanz im Hinblick auf das Handelsvolumen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den größten Transaktionen wider: Mit dem Verkauf der Mercedes-Benz Bank-Zentrale an die landeseigene Baden-Württemberg Stiftung und dem Ankauf des Bollwerk-Komplexes durch Dream Global zeichnen sich zwei der drei Top-Transaktionen dem Bürosegment verantwortlich. Auf dem dritten Rang folgt der Ankauf eines Abschnittes des Milaneo-Komplexes durch die Real I.S. „Die hohe Nachfrage am Büroinvestmentmarkt sorgt für eine sich weiter fortsetzende Intensivierung des Bieterwettstreits, sodass die Renditen in A- und auch B-Lagen leicht fallen dürften“, sagt Urfer. „Im 2. Quartal ging die Spitzenrendite für Büroobjekte um weitere 10 Basispunkte auf 3,4 % zurück. Seit Anfang 2016 sind diese demnach insgesamt um 80 Basispunkte gefallen.“ Zum Vergleich: Die Spitzenrendite für Geschäftshäuser liegt bei 3,8 % und ist gegenüber dem 2. Quartal des vergangenen Jahres nur um 10 Basispunkte zurückgegangen.

 
 

Allgemeine Anfragen

Savills Berlin

 

Hauptansprechpartner

Matthias Pink

Matthias Pink

Director / Head of Research Germany
Research

Savills Berlin

+49 30 726 165 134