Top-6-Bürovermietungsmärkte Deutschland 2017

04 Januar 2018

2017 mit Rekordflächenumsatz und Plus beim Mietniveau – Coworking Space-Anbieter mieten sechsmal mehr Fläche als im Vorjahr

  • Flächenumsatz legt ggü. starkem Vorjahr zweistellig auf 3,85 Mio. m² zu
  • Spitzen- und Durchschnittsmiete steigen um 1,6 % und 1,3 %
  • Leerstandsquote sinkt um 20 Basispunkte auf 5,1 %
  • Auch in 2018 werden die Mieten aufgrund Angebotsknappheit weiter steigen

Die deutschen Top-6-Bürovermietungsmärkte verzeichneten 2017 ein Rekordjahr in puncto Flächenumsatz. Dieser legte um mehr als 11 % auf 3,85 Mio. m² zu. Das Mietniveau befindet sich mit einer Spitzenmiete von 30,28 Euro und einer Durchschnittsmiete von 16,53 Euro auf dem höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Die Leerstandsquote liegt bei 5,1 % und damit so niedrig wie seit Beginn der 2000er Jahre nicht mehr. „Die Mieter haben auf die Marktsituation reagiert und verstärkt in Projektentwicklungen angemietet oder diese sogar selbst initiiert. Darüber hinaus werden auch vermehrt Flächen in Randlagen oder qualitativ schwächeren Gebäuden gemietet“, beschreibt Marcus Mornhart, Managing Director und Head of Agency Germany bei Savills, die Reaktionen von Marktteilnehmern. „Dass die Mieten im Jahresverlauf nochmals deutlich gestiegen sind, ist daher nicht überraschend“, so Mornhart weiter. In Berlin, Düsseldorf und München stieg die Spitzenmiete gegenüber dem Vorjahr zum Teil deutlich an, in den übrigen drei Märkten blieb sie stabil. Auch die Durchschnittsmiete legte abgesehen von Frankfurt und Hamburg überall zu.

Die Anbieter von Coworking Spaces und Serviced Offices trugen sowohl zur Flächenverknappung als auch zum Mietwachstum nicht unerheblich bei. In Summe der Top-6-Standorte mieteten überregionale und internationale Anbieter im vergangenen Jahr mehr als 160.000 m² und damit sechsmal mehr Fläche an als im Jahr zuvor. Am Gesamtflächenumsatz 2017 lag ihr Anteil bei etwas mehr als 4 %. Besonders aktiv waren die Anbieter in Berlin mit der Anmietung von zehn Flächen mit zusammen mehr als 58.000 m², Hamburg (zwölf Anmietungen von zusammen 42.000 m²) und München (neun Anmietungen von zusammen 23.000 m²). Die Anmietungen fanden sowohl in Toplagen als auch guten B-Standorten und Kreativvierteln statt. Im Mittel der Top-6-Märkte lag das durchschnittliche Mietniveau dieser Flächen bei 19,50 Euro. „Coworking Spaces stoßen sowohl bei den Nutzern als auch bei den Immobilieneigentümern auf eine steigende Akzeptanz und wachsen rasant. Gebremst wird ihr Wachstum derzeit nur vom Mangel an geeigneten Büroflächen, mit dem sich die Anbieter von Coworking Spaces ebenso konfrontiert sehen wie alle anderen Nachfrager hochwertiger Büroflächen“, berichtet Matthias Pink, Director und Head of Research Germany bei Savills.

Leerstandsquoten von 2,0 % in Berlin, 3,3 % in München und 4,8 % in Köln sind Ausdruck der geringen Flächenverfügbarkeit. Auch in Hamburg (5,0 %), Düsseldorf (7,4 %) und Frankfurt (8,1 %) ist die Leerstandsquote innerhalb der letzten Jahre deutlich gesunken. „Die schlechte Nachricht für die Büronutzer ist: Auch in 2018 wird das verfügbare Flächenangebot schrumpfen und die Mieten werden weiter zulegen“, so Mornhart. „Die gute Nachricht: Zumindest in Berlin, Köln und München steigt die Projektentwicklungstätigkeit in 2018 bzw. 2019 über das Niveau von 2017 und den Durchschnitt der letzten zehn Jahre und das dürfte das Flächenangebot hier etwas erhöhen. In Frankfurt und Hamburg müssen die Mieter sich noch bis 2020 gedulden“, so Mornhart weiter. Savills rechnet für 2018 mit einem Wachstum der Spitzenmiete von 3,8 % im Durchschnitt der Top 6 (2017: 1,6 %). Die Mieten in guten B-Lagen dürften etwas stärker steigen.



 
 

Allgemeine Anfragen

Savills Berlin

 

Hauptansprechpartner

Marcus Mornhart

Marcus Mornhart

Managing Director / Head of Agency Germany
Agency

Savills Frankfurt

+49 69 273 000 70

 

Matthias Pink

Matthias Pink

Director / Head of Research Germany
Research

Savills Berlin

+49 30 726 165 134