Science Fiction

Dörfer in Science-Fiction-Filmen

 

Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir leben. Und sie beeinflusst auch, wo wir leben.

In einer Welt, in der viele von uns an praktisch jedem beliebigen Ort arbeiten, einkaufen, die Freizeit genießen und sich, zumindest virtuell, mit Freunden verabreden können, sind uns bei der Wahl unseres Wohnortes kaum noch Grenzen gesetzt. Im Fachjargon formuliert: Die Kosten zur Überwindung von Raum und Zeit sinken mit dem technologischen Fortschritt und insbesondere der Digitalisierung auf ein vorher nie gekanntes Niveau.

Dieser Wandel veranlasste die Unternehmensberatung Bain & Company dazu, das Zeitalter der Urbanisierung für beendet zu erklären und die post-urbane Gesellschaft auszurufen. Wenn wir vom heimischen Küchentisch aus arbeiten können, die Lebensmittel per Drohne geliefert werden oder aus dem hauseigenen 3D-Drucker kommen und wir uns mit der Virtual-Reality-Brille ins Fußballstadion versetzen können, dann werden immer mehr von uns die ruhige Idylle auf dem Land dem hektischen Metropolentreiben vorziehen, so die Argumentation. Dass die Immobilienpreise abseits der Großstädte wesentlich niedriger seien, befördere diesen Trend zusätzlich.


Hinter diesem Zukunftsszenario verbirgt sich die unausgesprochene Prämisse, dass wir Menschen uns nur solange in Städten zusammenfinden, solange es uns notwendig oder zumindest nützlich erscheint. Und diese Prämisse halte ich für unzutreffend.

Seit Gründung der ersten Städte vor mehr als 5.000 Jahren ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte der Urbanisierung. Beginnend mit der Industrialisierung, also einer Phase, in der die Kosten der Distanzüberwindung mit Erfindungen wie der Eisenbahn besonders rapide sanken, beschleunigte sich die Verstädterung noch. Ähnliches können wir hierzulande heute erneut beobachten: Seit wir dank Internet und Smartphones gefühlt ohnehin immer enger zusammenrücken, hat das Bevölkerungswachstum in den Städten wieder zugenommen und die ländlichen Räume entleeren sich. Das ist sicherlich auch heute noch Nützlichkeitserwägungen geschuldet, weil der unmittelbare Austausch mit Kollegen, Kunden und anderen Peergroups im Zeitalter der Wissensarbeit wichtiger ist als die Nähe zu Rohstoffen, Lieferanten oder Konsumenten. Es liegt aber auch einfach in unserer Natur als soziales Wesen, die Nähe zueinander und den Austausch untereinander zu suchen.

Hierfür werden Städte aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte immer die besseren Voraussetzungen bieten als die Prärie und insofern gehören unseren Städten nicht nur die vergangenen 5.000 Jahre, sondern auch die kommenden. Oder kennen Sie Science-Fiction-Filme, in denen Dörfer vorkommen?

 

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