Wünsche im Wettbewerb

Brownfield Development als Chance für eine neue Stadtidentität

Brownfield Development als Chance für eine neue Stadtidentität

Das Holsten-Areal in Hamburg, die Paulaner Produktionsstätte in München und die Kindl-Brauerei in Berlin: In immer mehr Metropolen wandern große Industriebetriebe in Randlagen ab, um Herstellungsprozesse effizienter gestalten zu können. Zurück bleiben brachliegende Produktionsflächen in zentraler Lage, die es zu revitalisieren gilt. Die Herausforderung dabei: Zum einen sollte das Andenken der Traditionsgewerbe gewahrt bleiben, schließlich prägten sie meist über ein Jahrhundert ihren Standort und fungierten häufig als Aushängeschild der Stadt. Zum anderen muss eine innovative Quartiersentwicklung mit neuer Identität gelingen. Gut durchdacht und ganzheitlich umgesetzt können solche Brownfield-Entwicklungen dem Mangel an innerstädtischem Wohn- und Lebensraum entgegenwirken.

Ein gutes Beispiel, dass die gezielte Neubelebung leerstehender Areale deutlich an Relevanz in der Stadtplanung gewinnt, ist der von Andreas Wende, ehemaliger COO und Head of Investment Germany, in unserem Namen begleitete Verkauf des rund 130 Jahre alten Holsten-Brauereigeländes in Hamburg-Altona. Neben Hotel-, Gastronomie- und Büroflächen entstehen in den neuen Holsten Quartieren Wohnungen für rund 3.500 Menschen. Damit wird knapp ein Viertel der 10.000 Wohneinheiten realisiert, die in Hamburg Jahr für Jahr gebaut werden sollen.

 

Um den Charakter der Traditionsbrauerei zu wahren, wird historische Bausubstanz wie der Juliusturm mit dem Holsten-Wappen in das neue Mischnutzungskonzept eingebunden. Zudem werden ein Biermuseum und eine Mikrobrauerei die Erinnerung wachhalten. Und die Holsten-Verwaltung bleibt am Standort. Der Hamburger Stadtteil bekommt so zwar ein neues Gesicht, erinnert aber in Teilen an die geschichtsträchtige Komponente, die Identität stiftete und das Stadtbild maßgeblich beeinflusste.

Nicht nur in Hamburg werden Brauereistandorte umgenutzt. Das Paulaner-Gelände im Süden Münchens wurde in diesem Jahr verkauft und auch in Berlin, Würzburg und Fürth werden ehemalige Bierproduktionsstätten neu bebaut. Während auf dem Paulaner-Areal 1.500 Wohnungen entstehen, setzen die Entwickler in Berlin wie in Hamburg auf einen Nutzungsmix, der die Standorte zusätzlich stärkt. In Berlin wird eine Kombination aus Shopping, Gastronomie und Entertainment gebaut, die sich in das urbane Umfeld einfügen soll.

Den aktuellen Trend zur Abwanderung industrieller Unternehmen in Stadtrandlagen ist tendenziell positiv zu bewerten, da auf diese Weise alte Flächen neu erschlossen und belebende Quartiere in urbaner Lage geschaffen werden. Statt striktem Reinheitsgebot gilt es hier vornehmlich, vielfältig zu denken und zu entwickeln. Das wirkt der Wohn- und Büroflächenknappheit entgegen und folgt dem Trend zur Mischnutzung.

Warum müssen Industriebetriebe wie die Holsten-Brauerei in die Peripherie?
Das Traditionsunternehmen Holsten, das bereits seit 1879 in der Hansestadt produziert, ist aufgrund der steigenden Nachfrage gewachsen. Infolgedessen wurde das Areal immer größer und die Wege immer länger – die Fläche eignete sich unter diesen Voraussetzungen nicht mehr für die umfangreichen Produktionsprozesse des Betriebes, da diese mit zunehmender Größe an Effizienz einbüßten.

 

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