Stillstand ist des Prozesses Untergang

Stillstand ist des Prozesses Untergang -
Sei es nun in der Kommunikation oder in der räumlichen Gestaltung

Bei der Stadtplanung geht es um die Ent- und Weiterentwicklung von ganzen Arealen sowie einzelnen Objekten – und damit immer auch um die dort ansässigen Bewohner. Umso wichtiger ist es, diese in die Prozesse und deren Gestaltung miteinzubeziehen.

Projektentwicklung – Laut Definition die Konzeption und Planung zur Erstellung von, in der Regel, größeren Immobilien.

In der Theorie ganz klar. Zwischen Vision und Fertigstellung liegen aber unzählige Schritte und die Herausforderung liegt auch in der transparenten Gestaltung des Prozesses für alle Beteiligten. Doch wie holt man Anwohner und Bürger einer Stadt wirklich ab? Wie sollte ein Diskurs um Neuentwicklungen aussehen und wie viel Beteiligung ist notwendig?
Städte entwickeln sich stetig weiter. Besonders Areale und Objekte von historischer und architektonischer Bedeutung bedürfen ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl. Sowohl in Bezug auf die Revitalisierung der Flächen durch neue Konzepte als auch auf den transparenten, proaktiven Dialog mit den Bürgern.

Und so vielfältig die Möglichkeiten der Konzeption, so vielfältig auch die Meinungen und eventuellen Ängste und Sorgen. Jeder Projektentwickler muss heute deshalb eine Stadt, ein Quartier und einen Straßenzug aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, um Wünsche und Anforderungen der Bürger herauszufiltern und nach Möglichkeit in die Visionen für morgen zu integrieren. Genau diese Integration erfordert eine Beteiligung der Bürger, die deutlich früher stattfinden muss, als ein herkömmliches Bauleitplanverfahren es vorsieht. Bei der Entwicklung der Holsten Quartiere wurden die ersten Bürgerveranstaltungen bereits vor Auslobung des städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs durchgeführt. Die dort geäußerten Anregungen flossen in die Wettbewerbsauslobung ein. Die nächste Einbindung der Öffentlichkeit erfolgte nach der ersten Phase des zweistufigen Verfahrens, als die Zwischenergebnisse von den Architekten vorgelegt wurden. In einer öffentlichen Veranstaltung wurden die Pläne ausgestellt und die Bürger zu den konkreten Entwürfen befragt. Eine fachkundige Jury wählte aus den Beiträgen schließlich fünf Entwürfe für eine weitere und detaillierte Bearbeitung aus, wobei die Anregungen der Bürger stets Berücksichtigung fanden. Schließlich konnte im Juli dieses Jahres der Sieger gekürt werden. Auch dieser Entscheidung ging eine erneute öffentliche Ausstellung der Arbeiten, eine Befragung der Bürger und eine Diskussion der Anregungen in der Fachjury voraus.

 

Mit dieser intern als „Ping-Pong-Verfahren“ bezeichneten Vorgehensweise, kann ein hohes Maß an Integration der öffentlichen Belange geschaffen werden, und das zum richtigen Zeitpunkt. Denn nur eine frühzeitige Einbindung der Bürger kann gewährleisten, dass die Anregungen in die Konzepte einfließen. Wenn der Plan einmal gezeichnet ist und die öffentliche Auslegung des formalen Bauleitplanverfahrens erfolgt, ist es in der Regel zu spät.

Fassen wir zusammen: Der Stillstand ist des Prozesses Untergang. Projektentwicklung heißt nicht nur Konzeption und Planung, sondern vielmehr Interaktion. Denn das Planen am Reißbrett funktioniert heute nicht mehr – und das ist auch gut so.

 

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