Pop it up! Wie Pop-up Stores den Markt für Einzelhandelsflächen aufmischen

Pop it up! Wie Pop-up Stores den Markt für Einzelhandelsflächen aufmischen

Ihre Suche nach attraktiven Geschäftslagen beginnen immer weniger Einzelhändler mit einem 10-jährigen Mietvertrag. Und auch nicht mit einem 3-Jahres-Vertrag. Sie beginnen mit einem Pop-up Store!

Das bekannte Sprichwort „Der Kunde ist König“ könnte mit Blick auf den Markt für Einzelhandelsflächen nicht treffender sein. Hier ist der Kunde der Mieter und der Markt inzwischen ein Mietermarkt. Die Machtverschiebung wird zum Beispiel daran deutlich, dass H&M öffentlich flexiblere Mietverträge fordert.

Allerdings sind nicht nur die Vertragslaufzeiten rückläufig, auch die Flächennachfrage geht zurück. Denn zum einen lässt der Expansionsdrang der Einzelhandelsketten deutlich nach und zum anderen kommen ihre neuen Ladenkonzepte aufgrund der Digitalisierung des Point of Sale mit weniger Fläche aus.
 
Eine Variante dieser neuen Ladenkonzepte sind Pop-up Stores. Während solche Läden vor einigen Jahren überhaupt nicht existierten und der Begriff selbst den Branchenkennern ein Fremdwort war, gibt es heute ein zunehmendes Interesse für derlei Flächen. Anbieter wie store2b und Go-Popup agieren als eine Art Airbnb für den Einzelhandel und vermitteln temporäre Ladenflächen.

Die Vorteile für die Einzelhändler liegen auf der Hand: Geringe Kosten und geringes Risiko. Sie können hier Produktinnovationen testen und Markenerlebnisse schaffen, aber auch probieren, ob sich der Betrieb eines dauerhaften Ladengeschäfts an dieser Stelle tragen kann.

Ein weiterer Vorteil: Das Bedürfnis der Kunden nach exklusiven, limitierten Angeboten wird befriedigt. Getreu dem Motto „Ein rares Gut weckt Begehrlichkeiten“ nutzen deshalb sogar etablierte Player wie beispielsweise der Kekshersteller Oreo oder der Discounter Lidl Pop-up Stores und wandeln leere Flächen in Erlebniswelten. Denn mit einem begrenzten Angebot lassen sich sowohl die Neugierde als auch die Kauflust von Konsumenten reizen.

Aber auch Immobilieneigentümer treten den neuen Verkaufskonzepten immer aufgeschlossener gegenüber. Schließlich lindern sie nicht nur den Leerstand, sondern bringen Bewegung und Attraktivität in das Umfeld. Selbst eines der erfolgreichsten Shopping-Center Deutschlands, das Alexa in Berlin, erkennt dies mit seinem Konzept First Store by Alexa an.

Von einem Aussterben des Einzelhandels, welches die Medien nur allzu gerne propagieren, kann also nicht die Rede sein. Vielmehr können wir uns auf eine Wiederbelebung des Einzelhandels mit neuen Konzepten freuen. Erste Beispiele machen bereits heute Appetit auf mehr und wie Jeff Bezos stets zu sagen pflegt: „It is still day one.“ Wer will da schon vorhersagen, wie die Einkaufswelt von morgen aussieht?

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