Der jüngste Bericht von Savills zum französischen Einzelhandelsmarkt beziffert das Investitionsvolumen im 1. Halbjahr 2010 auf € 2,1 Milliarden gegenüber € 529 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Savills berichtet, dass der signifikante Anstieg des Investmentumsatzes vor allem auf die Vertragsabschlüsse über einige Einzelhandelsobjekte im Premiumsegment zurückzuführen ist, darunter das Simon Ivanhoe Portfolio (Anteil der in Frankreich gelegenen Objekte ca. € 476 Mio.), Cap 3.000 (€ 450 Mio.) in St-Laurent-du-Var und Espace St-Quentin (€ 176 Mio.) in St-Quentin-en-Yvelines.
Christophe Gouny, Head of Retail bei Savills Paris, führt aus: „Wir glauben, dass sich dieser Aufwärtstrend im Investmentbereich in der zweiten Jahreshälfte weiter fortsetzt, da derzeit über einige Großabschlüsse verhandelt wird, darunter St-Marial in Limoges für € 100 Mio. und L’Heure Tranquille in Tours für € 80 Mio.“
Der Wettbewerb unter den Investoren und die Knappheit an Premiumobjekten haben Savills zufolge zu einem Abwärtsdruck auf die Renditen geführt. Im ersten Halbjahr 2010 lagen die Renditen für große regionale Shopping-Center bei 5,50 % (- 50 Basispunkte im Jahresvergleich) bzw. bei 6,75 % (-25 Basispunkte im Jahresvergleich) für große Gewerbeparks. Im Vorjahreszeitraum hatten sie noch bei 6,00 % bzw. 7,00 % gelegen. In B-Lagen blieben die Renditen relativ stabil und bewegten sich zwischen 6,75 % für Shopping-Center und 8,00 % für Fachmärkte.
Das Unternehmen stellt fest, dass die Mieten in den meisten etablierten Shopping-Centern und Fachmarktzentren stabil geblieben sind, während in B-Lagen eine deutliche Korrektur der Mieten nach unten erwartet wird. Seit Ende 2008 sind die Mieten für Einheiten unter 50 m² in Einkaufszentren in B-Lagen um 11,5 % von € 1.300/m²/Jahr auf € 1.150/m²/Jahr zurückgegangen. Für Geschäfte in der Größenordnung um 1.000 m² in Fachmarktzentren gingen die Mieten um 14,3 % von € 140/m²/Jahr auf € 120/m²/Jahr zurück. Savills geht davon aus, dass die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen weiter nachgeben wird, so dass es zu einem Anstieg der Leerstandsraten kommt und die Mietpreise weiter nach unten korrigiert werden.
Lydia Brissy, Savills European Research, sagt: „In den besten Lagen
entscheiden sich die Einzelhändler eher für einen Verbleib in ihren Räumlichkeiten zu ihren aktuellen Mieten als die Kosten eines Umzugs in Kauf zu nehmen, selbst wenn dies zu Lasten der Rentabilität ihres Geschäftes geht.“
Savills zufolge hat der Rückgang von Konsumausgaben und Einzelhandelsumsätzen dazu geführt, dass auf dem französischen Einzelhandelsmarkt weniger Neubauprojekte realisiert werden. Sowohl die Zahl als auch die Volumina der bei der französischen Bauaufsichtsbehörde CDAC eingereichten Bauanträge für Einzelhandelsprojekte gingen zurück. Zwischen Januar und Mai 2010 wurden der CDAC 498 Einzelhandelsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Mio. m² vorgelegt. Im Vorjahreszeitraum waren 511 Projekte über insgesamt 1,6 Mio. m² eingereicht worden.
Im Gegensatz dazu haben Discounter und Modeanbieter im Niedrigpreissegment ihre Bautätigkeit verstärkt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Kiabi, die 10 % mehr Bauvorhaben realisiert haben. Bei den Lebensmitteldiscountern lag der Zuwachs sogar bei 36 %.