Wohninvestmentmarkt Deutschland Q2 2016

05 Juli 2016

Zunehmende Ausdifferenzierung bei Größe, Lage und Produkttypen

  • Transaktionsvolumen geht gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 80 % auf ca. 3,4 Mrd. Euro zurück
  • Transaktionsvolumen von Studentenwohnanlagen und Apartmenthäusern steigt auf neuen Rekordwert
  • Das Preisniveau steigt weiter an, auch weil ein immer größerer Teil des Transaktionsvolumens auf Projektentwicklungen entfällt

Die Zeiten großvolumiger Transaktionen am deutschen Wohninvestmentmarkt sind fürs erste vorüber. So wechselten in den letzten zwölf Monaten Wohnobjekte für lediglich etwa 9,3 Mrd. Euro den Eigentümer (- 59 % ggü. H1-2015). Dies ist der geringste Wert seit zweieinhalb Jahren. Im 1. Halbjahr des laufenden Jahres wurden lediglich Wohnungspakete für etwa 3,4 Mrd. Euro gehandelt. Ein Hauptgrund für das rückläufige Transaktionsvolumen ist das Ausbleiben großvolumiger Portfolioverkäufe und Übernahmen, wie sie im 1 Halbjahr des Vorjahres verstärkt stattfanden. Dementsprechend fiel die durchschnittliche Anzahl der Wohneinheiten je Transaktion auf den niedrigsten Wert seit Ende 2011.

„Ein wesentlicher Grund für das Ausbleiben großer Wohnungsportfoliotransaktionen ist die intensive Ankaufsaktivität der Immobilien-AG`s der letzten Jahre, wodurch nur noch wenige solcher Pakete verfügbar sind. Zudem ist die Verkaufsneigung angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes weiterhin sehr gering“, erläutert Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany.

Das Transaktionsgeschehen verlagert sich nicht nur zu immer kleineren Portfolios, sondern zunehmend auch in kleinere Städte. So entfielen rund 32 % des Volumens auf Standorte abseits der Städtekategorien A bis D (Ø letzte 5 Jahre: 28 %).

Eine weitere Entwicklung der letzten und höchstwahrscheinlich auch der kommenden Monate ist ein Ausweichen auf Teilsegmente des Wohnungsmarktes. So stieg das Investmentvolumen (12 Monate rollierend) von Studentenwohnanlagen und Apartmenthäusern auf den höchsten jemals in Deutschland registrierten Wert (546 Mio. Euro). „Angesichts des rasanten Angebotswachstums dürften solche Mikrowohnungen am Wohninvestmentmarkt eine immer größere Bedeutung einnehmen“, prognostiziert Nemecek und blickt voraus: „Ob das Wohntransaktionsvolumen wie in den vergangenen Jahren nochmals den zweistelligen Milliardenbereich erreichen wird, ist jedoch fraglich.“

Marktüberblick Wohninvestmentmarkt Deutschland Q2 2016 (PDF)

 
 

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