Logistik- und Industrieinvestmentmarkt Deutschland Q3 2016

10 Oktober 2016

Neues Rekordvolumen absehbar – Eigennutzer größte Verkäufergruppe

  • Transaktionsvolumen von etwa 3,0 Mrd. Euro – ein Plus von 17 % ggü. dem Vorjahreszeitraum
  • Investmentvolumen steigt lediglich außerhalb der Top-7-Regionen
  • Zum Jahresende ist ein neues Rekordtransaktionsvolumen von mindestens 4,5 Mrd. Euro wahrscheinlich
  • Spitzenrenditen nähern sich 5 %-Marke


In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres wechselten Logistik- und Industrieimmobilien für etwa 3,0 Mrd. Euro den Eigentümer. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres bedeutet dies eine Zunahme um 17 %, womit Logistik- und Industrieimmobilien zu den wenigen Segmenten des deutschen Gewerbeinvestmentmarktes gehören, die im bisherigen Jahresverlauf ein Umsatzplus verzeichnen konnten. „Weil die Wunschobjekte vieler Investoren – mindestens 30.000 m² Mietfläche, langfristiger Mietvertrag mit einem bonitätsstarken Mieter und gelegen in Top-7-Logistikregionen – relativ selten im Angebot sind, gewinnt der Bieterwettstreit um solche Produkte weiter an Dynamik“, berichtet Ingo Spangenberg, Director und bei Savills verantwortlich für Industrial Investments und ergänzt: „Aufgrund des enormen Nachfrageüberhangs weichen viele Investoren verstärkt ihre Suchprofile auf und nehmen Abstriche bei Lage und Vermietungssituation in Kauf“. Dementsprechend liegt der Umsatzanstieg vor allem in einem gesteigerten Transaktionsvolumen außerhalb der Top-7-Logistikregionen begründet – innerhalb der Top-7-Regionen war das Volumen mangels verfügbaren Angebots dagegen leicht rückläufig.

Im derzeitigen Marktumfeld entschließen sich immer mehr Eigennutzer für einen Verkauf ihrer Immobilien. In den letzten zwölf Monaten betrug ihr Nettoverkaufsvolumen 717 Mio. Euro – im Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag dieser Wert bei nur 295 Mio. Euro. „Durch die erhebliche Renditekompression der letzten Jahre haben die Objekte deutlich an Wert gewonnen, während die Mieten relativ stabil geblieben sind. Das im Rahmen von Sale-and Leaseback-Transaktionen freigewordene Kapital können Logistiker dann in ihr Kerngeschäft investieren“, erläutert Bertrand Ehm, Director und bei Savills ebenfalls verantwortlich für Industrial Investments.
Auch weiterhin sind es die positiven Zukunftserwartungen im Zusammenhang mit dem wachsenden E-Commerce, die enorm viel Kapital in das Segment fließen lassen. Ein Abflauen des Investoreninteresses ist nicht erkennbar, da auch auf Seiten der Nutzer keine nachlassende Flächennachfrage absehbar ist. Angesichts der anhaltenden Rallye am Investmentmarkt dürfte in diesem Jahr das letztjährige Rekordtransaktionsvolumen noch einmal überschritten werden. Savills geht bis zum Jahresende von einem Volumen von mindestens 4,5 Mrd. Euro aus.

„Angesichts des anhaltenden Kapitalflusses in das Segment und dem damit verbundenen intensiven Bieterwettstreit dürften die Renditen bis Jahresende erneut leicht nachgeben und sich weiter der 5 %-Marke nähern“, erwartet Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany und erläutert: „Die erhebliche Renditekompression der letzten Jahre ist auch Ausdruck der Tatsache, dass Logistikimmobilien in den Augen vieler Investoren inzwischen alles andere als ein Nischeninvestment sind“.

Marktüberblick Logistik- und Industrieinvestmentmarkt Deutschland Q3 2016 (PDF)

 
 

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