Investmentmarkt für Handelsimmobilien Q3 2016

07 Oktober 2016

Deutlicher Umsatzrückgang – Investoren weichen verstärkt auf das Fachmarktsegment aus

  • Transaktionsvolumen mit Rückgang um 46 % ggü. Vorjahreszeitraum auf ca. 8,8 Mrd. Euro
  • Angebot existiert weiterhin überwiegend im Non-Core-Segment und auch die Nachfrage für solche Produkte steigt
  • Steigende Transaktionsaktivität im 4. Quartal kündigt sich an

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden am deutschen Handelsinvestmentmarkt Objekte für insgesamt etwa 8,8 Mrd. Euro gehandelt und damit 46 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vom Umsatzrückgang sind alle Nutzungsarten betroffen. „Das Kernproblem am Handelsinvestmentmarkt besteht unverändert fort: Während die Nachfrage überwiegend core-fokussiert bleibt, existiert Angebot vor allem im Non-Core-Segment. Wir stellen jedoch eine gewisse Aufweichung der Risikoprofile der Investoren fest“, erläutert Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills und ergänzt: „Viele Investoren haben spezielle Value-Add-Fonds initiiert, so dass dem bestehenden Angebot im Non-Core-Segment nun auch eine steigende Nachfrage gegenübersteht“.

„Vor allem um attraktive Fachmarktzentren und Shopping-Center in B-Standorten gibt es einen äußerst starken Bieterwettstreit, weshalb diese Standorte eine weitere spürbare Renditekompression erfahren“, berichtet Krechky weiter.

Neben der Erweiterung der Suchprofile im Hinblick auf die Risikoklassen ist auch ein verstärktes Ausweichen auf Fachmarktzentren sowie Fach- und Lebensmittelmärkte festzustellen. Zwar ist auch hier ein Umsatzrückgang zu verzeichnen (- 16 % ggü. Q1-Q3 2015), dieser fiel jedoch deutlich moderater aus als bei Geschäftshäusern (- 44 %) und Shopping-Centern (- 68 %). Dementsprechend stieg die Bedeutung von Fachmarktzentren sowie Fach- und Lebensmittelmärkten am Handelsinvestmentmarkt spürbar an. Sie zeichneten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres für fast ein Drittel des Transaktionsvolumens verantwortlich – im Vorjahreszeitraum lag der Anteil bei 21 %.

Die steigende Nachfrage im Non-Core-Segment dürfte in Verbindung mit dem relativ großen Angebot im Schlussquartal für eine steigende Dynamik sorgen. „Die Transaktionsaktivität wird sich in den kommenden Monaten weiterhin vor allem im Volumenbereich unter 100 Mio. Euro abspielen. Diese Kleinteiligkeit ist ein wesentlicher Grund dafür, dass das Transaktionsvolumen dieses Jahr deutlich niedriger ausfallen wird als im letzten. Wir rechnen mit etwa 14 Mrd. Euro“, prognostiziert Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany.

Marktüberblick Handelsinvestmentmarkt Deutschland Q3 2016 (PDF)

 
 

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