Wohninvestmentmarkt Deutschland Q4 2016

04 Januar 2017

Projektentwicklungskäufe federn Volumenrückgang ab und treiben Preisniveau

  • Transaktionsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 54 % auf ca. 10,7 Mrd. Euro zurück
  • Über ein Fünftel des Transaktionsvolumens entfiel auf den Erwerb von Projektentwicklungen
  • Seit Anfang 2016 stiegen die durchschnittlichen Preise je Wohnung um 31 % auf über 92.000 Euro

Am deutschen Wohninvestmentmarkt summierte sich das Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr auf ca. 10,7 Mrd. Euro. Dies bedeutet einen Rückgang um etwa 54 % gegenüber dem Vorjahr. „Nach dem Rekordjahr 2015 mit diversen Transaktionen im Milliarden-Euro-Bereich wie der Gagfah-Übernahme oder dem Kauf des Südewo-Portfolios fanden im letzten Jahr mit der Conwert-Übernahme durch Vonovia und dem Portfolioankauf durch Morgan Stanley von BGP Investments nur zwei derartige Mega-Deals statt“, berichtet Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany und ergänzt: „Während das Angebot im Bestand merklich zurückgegangen ist, stieg die Zahl der Projektentwicklungen deutlich.

Deshalb hat sich das Geschehen am Investmentmarkt in den letzten Monaten zunehmend ins Projektentwicklungssegment verschoben und dürfte dies vor dem Hintergrund der steigenden Wohnungsbaudynamik weiterhin tun.“ Im letzten Jahr entfielen 21 % des gesamten Transaktionsvolumens auf den Erwerb von Projekten. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag es bei lediglich 11 %.

Die höhere Anzahl an Projektentwicklungskäufen führte auch zu einem Anstieg des Preisniveaus. Lag der durchschnittliche Preis je Wohnung vor Jahresfrist noch bei 70.600 Euro, waren es zum Jahresende 2016 bereits rund 92.400 Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 31 %. Das sich verändernde Angebot hat auch eine Verschiebung auf Seiten der Investoren zur Folge. Waren in den Jahren zuvor Immobilien-AGs die mit Abstand aktivsten Käufer, übernahmen Spezialfonds im vergangenen Jahr deutlich die Spitzenposition, da Neubauobjekte und Projektentwicklungen eher zu ihrem Suchprofil passen.

Auch im laufenden Jahr dürften Projektenwicklungsankäufe eine wesentliche Rolle spielen. Denn erstens ist die Zahl der genehmigten Wohnungen bis zuletzt gestiegen, zweitens bleibt das Angebot im Bestand extrem knapp. „Große Wohnungspakete wanderten in den letzten Jahren vor allem in die Portfolios der großen Wohnimmobilien-AGs, die selbst weiterhin auf Wachstumskurs sind und sich nur vereinzelt von Beständen trennen dürften“, konstatiert Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany. Vor diesem Hintergrund rechnet Savills für das Jahr 2017 mit einem Transaktionsvolumen von erneut etwa 10 Mrd. Euro.

Marktüberblick Wohninvestmentmarkt Deutschland Q4 2016 (PDF)

 
 

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