Investmentmarkt für Handelsimmobilien Deutschland Q1 2017

07 April 2017

Investoren achten auf Anfälligkeit gegenüber dem Online-Handel – Fachmarktzentren treiben den Markt

  • Transaktionsvolumen steigt gegenüber Vorjahresquartal um 8 % auf 2,77 Mrd. Euro
  • Investitionen in Fachmarktzentren sind stark gestiegen (+ 181 % ggü. Q1-2016)
  • Warenhäuser waren weniger gefragt
  • Anteil der A-Städte am Investitionsvolumen hat zugenommen (+ 6 Prozentpunkte ggü. Q1-2016)

Im ersten Quartal 2017 wurden in Deutschland Handelsimmobilien für 2,77 Mrd. Euro gehandelt. Damit ist das Transaktionsvolumen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 8 % gestiegen, wobei die Entwicklung der einzelnen Segmente sehr unterschiedlich ausfällt. „Den mit Abstand stärksten Anstieg verzeichnete das Investmentvolumen von Fachmarktzentren, das sich gegenüber dem ersten Quartal 2016 fast verdreifachte“, sagt Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills.

711 Mio. Euro bzw. rund ein Viertel des gesamten Transaktionsvolumens von deutschen Handelsimmobilien in den ersten drei Monaten dieses Jahres flossen in dieses Immobiliensegment. Die größte Handelsimmobilien-Transaktion des Quartals war der Verkauf eines Fachmarktzentren-Pakets von IKEA an Pradera. Weitere große Deals waren der Verkauf des Gravity-Portfolios an die US-Investmentgesellschaft Castlelake sowie der Erwerb der Berliner East Side Mall durch die Frankfurter RFR Holding. Der Trend zu Fachmarktzentren dürfte anhalten: „Wir rechnen damit, dass Fachmarktzentren im weiteren Jahresverlauf in der Gunst vieler Investoren steigen“, meint Krechky und begründet: „Durch ihren hohen Anteil an Lebensmittelhändlern sind sie für viele Investoren besonders resistent gegenüber den Auswirkungen des Online-Handels. Das macht sie attraktiv.“

In anderen Handelsimmobiliensegmenten waren im 1. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal kaum Zuwächse zu verzeichnen. Das Transaktionsvolumen mit Geschäftshäusern in 1a-Lagen stagnierte weitestgehend. 904 Mio. Euro wurden hier auf Vorjahresniveau investiert. Bei Shopping-Centern (-22 %) und Kauf-/Warenhäusern (-95 %) waren hingegen starke Rückgänge zu verzeichnen. Dies ist dem sehr geringen Angebot an Core Shopping Center geschuldet. „Die Nachfrage nach gut positionierten und strukturierten Centern mit einem attraktiven Einzugsgebiet ist unverändert hoch. Die Investoren prüfen aber noch intensiver und agieren noch selektiver“, erläutert Krechky.

Dieses zunehmende wählerische Verhalten spiegelt sich auch in der Standortwahl wider. Der Anteil der A-Städte am Handelstransaktionsvolumen ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Die Transaktionen in den sieben größten Immobilienmärkten machten im ersten Quartal 36 % des Gesamtvolumens aus. Im ersten Quartal 2016 waren es 30 %, im Gesamtjahr 2016 sogar nur 24 %.

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet Matthias Pink, Director und Head of Research bei Savills Germany, mit einer anhaltend hohen Investmentaktivität bei Handelsimmobilien. „In den kommenden Quartalen gehen noch einige gut positionierte Shopping-Center und die zurzeit besonders gefragten Hybrid-Malls in die Vermarktung“, begründet er. Während im ersten Quartal die Renditen stabil geblieben sind, könnte es perspektivisch seiner Ansicht nach zu einem weiteren leichten Renditerückgang bei Fachmarktzentren und Lebensmittelmärkten kommen.

 
 

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