Was kostet die Welt

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Was kostet die Welt?

Betongold ist die viel größere Assetklasse als das echte Gold. Jedoch bremsen vergleichsweise hohe Transaktionskosten bisher den Handel mit Immobilien – Technologien wie Blockchain könnten das ändern.

Was die Welt kostet, wissen auch wir nicht. Was die Immobilienwelt kostet, dagegen schon. Es sind 217.000.000.000.000 US-Dollar. Auf diesen Wert schätzen wir den globalen Immobilienbestand inklusive landwirtschaftlicher Flächen.

Diese 217 Billionen US-Dollar entsprechen etwa dem 2,7-Fachen des weltweiten Bruttoinlandsprodukts eines Jahres. Noch ein Vergleich: Der Wert des gesamten jemals geförderten Golds wird auf etwa 6 Billionen US-Dollar geschätzt. „Betongold“ schlägt Gold also um Längen, jedenfalls was die Größe der Anlageklasse angeht.

Wie beim Gold ist jedoch nicht der gesamte Immobilienbestand für die Kapitalmarktakteure zugänglich. So befindet sich ein großer Teil davon im Eigentum von Eigennutzern oder Privatpersonen. Den investierbaren Bestand schätzen wir auf 81 Billionen US-Dollar. Das ist etwas weniger als der Wert aller Rentenpapiere (ca. 94 Billionen US-Dollar), aber deutlich mehr als der Wert des globalen Aktienuniversums (ca. 55 Billionen US-Dollar).

Obwohl die drei Anlageklassen auf einen ähnlichen Gesamtwert kommen, ist das Transaktionsvolumen bei Immobilien viel niedriger als jenes mit Aktien und Anleihen. Jedes Jahr werden etwa 1 % bis 2 % des investierbaren Immobilienvermögens gehandelt, also ca. 1 Billion US-Dollar. Bei Aktien beträgt das jährliche Handelsvolumen etwa 200 % des Bestandswerts und damit etwa das Hundertfache des Immobilientransaktionsvolumens. Diese enorme Diskrepanz dürfte eng mit den hohen Transaktionskosten bei Immobilien verknüpft sein. Viele bevorstehende
Technologiesprünge des 21. Jahrhunderts, zum Beispiel die Blockchain, haben nun das Potenzial, diese Transaktionskosten massiv zu reduzieren. Gut möglich also, dass uns die Blütezeit des Immobilienhandels noch bevorsteht.

Weitere Informationen zum globalen Immobilienmarkt finden Sie in unserer Publikation „Around The World In Dollars And Cents

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