Von überfüllten Anlagehäfen und dem Boom der Alternatives

BIM – Heute schon gestalten, was morgen entwickelt wird

Die Digitalisierung verändert zunehmend auch die Immobilienwirtschaft. Doch inwieweit können Technologien wie BIM bereits heute Einfluss auf das nehmen, was erst in Zukunft einen Nutzen bringt?

Digitalisierung – ein Schlagwort, das nach wie vor den Ton angibt, auch in der Immobilienbranche. Selbst wenn die Thematik bereits seit einigen Jahren auf den Expo Reals und MIPIMs dieser Welt durchdekliniert und analysiert wurde, beschäftigen sich doch die wenigsten mit den tatsächlichen Auswirkungen, mit den möglichen Ausgestaltungen einer sogenannten Web-Wende. Stichwort „BIM“ (Building Information Modeling): Es wird heiß diskutiert, wie Architekten und Projektentwickler zukünftig ausgebildet werden müssen, um vier- bis fünfdimensional planen und realisieren zu können, die Veränderungen auf der Baustelle selbst sind Dreh- und Angelpunkt der Debatte. Doch sprechen wir von Technologien wie BIM, sprechen wir auch von einer gewissen Transferleistung – vom Bau zur Immobilie, vom Architekten hin zum Nutzer und Investor. Warum, wieso, weshalb? Ein kurzer Ausflug in das Morgen unserer Branche zeigt auf, dass die Gestaltung im Hier und Jetzt und mitunter in den Händen der Immobilienwirtschaft liegt – d. h. in den Händen von Nutzern, Projektentwicklern und Investoren.

Kommen in der Bauwirtschaft endlich die Karten auf den Tisch, bleibt häufig kein Platz mehr für Visionen und Planungsprozesse – denn 2D gipfelt meist in DIN A0. In Bauplänen sind unzählige Details hinterlegt, der Ist-Zustand wirkt wie in Stein gemeißelt, jede kleine Änderung zieht nicht selten Bauverzögerungen nach sich. Das beeinflusst sowohl die finanzielle als auch die zeitliche Planbarkeit. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt! Mittels BIM auf die Zukunft bauen, die Zukunft modellieren und in die Zukunft investieren. Diese drei Komponenten spiegeln die Zusammenhänge von Bau- und Immobilienwirtschaft optimal wider. Denn die Digitalisierung hat System und bedarf einer übergreifenden Gesamtlösung, um die Bedürfnisse von Investoren und Nutzern zielgerichtet zu integrieren.

Die Immobilienwirtschaft hat heute die Chance zu gestalten, um morgen nicht nur darauf zu reagieren, was die Bauwirtschaft entwickelt. Das heißt, sie muss heute artikulieren, wo die Technik dem Anwender morgen Erleichterung verschaffen soll. Artikulieren geht hier einher mit organisieren. Denn an Fachsimpelei fehlt es nicht, es hapert vielmehr an der Umsetzung. Wir können uns nicht zurücklehnen und darauf ausruhen, dass bisher nur wenige Planer, BIM-Manager und Projektentwickler digitale Tools beherrschen und in die Tat umsetzen, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Stattdessen gilt es, die Herausforderung anzunehmen und anzugehen, Nicht reaktiv, sondern aktiv oder sogar proaktiv auf die Vorteile aufmerksam machen. BIM steigert maßgeblich die Transparenz, wodurch nicht nur Bauzeiten verkürzt und Planungs- sowie Baukosten reduziert werden, sondern auch Risiken minimiert und Margen sowie Renditen maximiert werden können. Für den Projektentwickler und Investor bedeutet dies konkret: mehr Vertrauen bei den Banken, schnellere Deal-Abwicklung, fixes Einzugsdatum der Mieter. Und auch nach Kaufabschluss profitiert der Eigentümer: das Mängelmanagement sowie Property und Facility Management-Prozesse werden optimiert, Neuvermietungen und etwaige Flächenanpassungen werden vereinfacht. BIM fungiert für alle Segmente als Qualitäts- bzw. Gütesiegel und steigert über die Lebensabschnitte eines Objekts hinweg die Effizienz. Ein dickes Plus für alle am Projekt Beteiligten, denn der Mietvertrag ist zentral, die Zufriedenheit der Nutzer entscheidend.

Demnach lautet das Credo: Jetzt schon Einfluss auf das nehmen, was uns erst in Zukunft einen Nutzen bringt. Die Angst vor Neuland sollte uns nicht ausbremsen, sondern wir sollten die Chance sehen, frühzeitig an Prozessveränderungen teilzuhaben.

Weitere Informationen zum Thema „Value of BIM for the Real Estate Industry“ bekommen Sie auch im Rahmen eines Vortrags von Christian Scheck auf der BIM World MUNICH am 28. November.

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