Green Buildings: für Investoren immer wichtiger

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Green Buildings: für Investoren immer wichtiger

Das Thema Klimawandel spielt auch für die Immobilienwirtschaft eine große Rolle, da Gebäude einen hohen Anteil am gesamten Energieverbrauch ausmachen. Immobilien müssen ‚grüner‘ werden. Eine mögliche Lösung: Green Buildings.

Die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens sind ehrgeizig, aber zur Eindämmung des Klimawandels gibt es keine Alternative. Ohne den Immobiliensektor geht es nicht: Schätzungen zufolge sind für 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen Gebäude verantwortlich. Hier steckt also gewaltiges Optimierungspotenzial; Green Buildings setzen dort an.

Deutschland kann bereits auf eine recht passable Bilanz verweisen: Seit 1990 haben sich die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor fast halbiert. Das geht auch auf die Wiedervereinigung zurück; in der DDR wurde zum Beispiel oft noch mit Braunkohle geheizt. Doch auch die Fortschritte bei der Gebäudedämmung, der energetischen Sanierung und dem energieeffizienten Neubau leisten ihren Anteil an einer permanenten Verbesserung von Energieeffizienz und Klimabilanz.

Die 21 Millionen Gebäude in Deutschland haben einen Anteil von etwa 35 Prozent am gesamten Energieverbrauch. Etwa zwei Drittel der Wohngebäude wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1979 gebaut – sie verbrauchen bis zu fünfmal so viel Energie wie Neubauten aus dem 21. Jahrhundert. Hier ist noch riesiges Potenzial für Einsparungen vorhanden. Das muss gehoben werden: Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen. Dieses ehrgeizige Ziel betrifft natürlich nicht nur Wohngebäude, sondern genauso Gewerbeimmobilien.

Gebäude müssen „grüner“ werden – die Rede ist von Green Buildings. Die dazu notwendigen Maßnahmen beschränken sich nicht allein auf die operative Energieeffizienz, also den Verbrauch von Strom, Heizung und Warmwasser. Ebenfalls entscheidend für den ökologischen Fußabdruck einer Immobilie sind der Flächenverbrauch, die Lage, die verwendeten Baumaterialien, die Effizienz beim Bau oder die Flexibilität bei neuen Mieterwünschen.

  • Wird die Fläche optimal genutzt? Ist die Immobilie ideal gelegen?
  • Wie wurde das Gebäude errichtet? Wurden dabei nachhaltige Materialien verwendet und lassen sich diese am Ende der Nutzungsdauer auch weiterverwenden?
  • Kann die Immobilie auf neue Mieterwünsche flexibel reagieren, eventuell sogar eine erforderliche Umwidmung umwelt- und ressourcenschonend umsetzen?

 
Diese Beispielfragen zeigen: Das Thema Green Building erschöpft sich nicht in der Strom- und Gasrechnung. Wichtig ist, dass die Prinzipien von Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit dabei nicht außer Acht gelassen werden. Green Buildings erfordern Investitionen, und für Investoren stellt sich daher immer die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Wenn sie über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie hinweg denken, sind Ökologie und Ökonomie jedoch alles andere als Gegensätze.

Ein Objekt, das nach den neuesten Effizienzstandards errichtet beziehungsweise modernisiert wurde, wird eher einen finanzstarken Käufer finden als ein Altbau mit energetischem Sanierungsstau – wenn auch die restlichen Richtwerte stimmen. Zumal gerade institutionelle Investoren bei ihren Ankäufen – aus Nachhaltigkeits- und Social-Responsibility-Motiven heraus – immer stärker auf eine ökologisch verantwortungsbewusste Anlagestrategie achten. Environmental Social Governance (ESG) ist für viele Versicherungen, Pensionskassen oder Stiftungen inzwischen ein fester Bestandteil der Unternehmens-DNA.

Dabei kommt der Zertifizierung eine wichtige Rolle zu. Es gibt weltweit mehr als 30 relevante Nachhaltigkeitszertifikate für den Immobiliensektor, die nach ganz unterschiedlichen Kriterien bewerten. Die bekanntesten sind LEED (Leadership in Energy and Environmental Design), BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) und DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen). Investoren sollten daher bei dem jeweils vergebenen Zertifikat genauer hinschauen. Denn die Zertifikate können für Mieter wie Investoren als erster Orientierungspunkt einen wichtigen Beitrag zur Transparenz leisten. Es kann sich daher lohnen, hier den Überblick zu behalten.

Mehr Informationen finden Sie in dem hier verlinkten Video: Grünes Betongold: Brigitte Walter, Vorstand der Real I.S. AG, über die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Immobiliensektor

 

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