Mit Rechenzentren punkten – welche Vorteile Rechenzentren für Unternehmen haben

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Mit Rechenzentren punkten - welche Vorteile Rechenzentren für Unternehmen haben

Ob als kleine, dezentrale Datencenter oder als riesige Hyperscale-Serverfarmen – Rechenzentren entwickeln sich immer mehr vom Spezialprodukt zu einer gefragten Assetklasse für Immobilieninvestoren.

Die Digitalisierung führt zu einem stetig zunehmenden Bedarf an
Rechenzentrums- und Cloud-Kapazitäten. Datenvolumen-Treiber sind insbesondere Big Data, IoT und das Streamen von Filmen. Um der Entwicklung gerecht zu werden, geht der Trend zu Hyperscale-Rechenzentren, riesige Serverfarmen mit skalierbaren, hocheffizienten Infrastrukturen. Diese werden meist in den nordeuropäischen Ländern installiert. Grund dafür sind die günstigen Bedingungen: Niedrige Energiekosten und das gemäßigte Klima – ideal für den kosteneffizienten Bau und vor allem Betrieb der großen Rechenzentren. Mitteleuropäische Standorte, gerade in dichtbesiedelten urbanen Gebieten, scheinen eher ungünstige Standorte zu sein – zumindest auf den ersten Blick.

Andererseits ist der deutsche Markt für die Ansiedlung von Datacentern einer der beliebtesten in Europa. Es sind nicht nur die „traditionellen“ Standorte, wie Frankfurt am Main, wo sich der größte Internet-Knotenpunkt der Welt befindet: auch viele weitere Städte werden immer attraktiver.

Das klingt zunächst wie ein Gegensatz, dabei liegen die Argumente auf der Hand: Immer mehr Unternehmen möchten ihre Daten in ihrer physischen Nähe wissen und bauen aus diesem Grund ihre eigenen Rechenzentren. Denn je näher das Rechenzentrum beim jeweiligen Nutzer liegt, desto geringer sind die „Reaktionszeiten“ bei Abfrage und Empfang von Informationen auf den Endgeräten. Im Fachjargon Latenzzeiten genannt. Auch wenn es sich dabei oft nur um Millisekunden handelt, die der Nutzer kaum bemerkt, gibt es immer mehr Anwendungen, bei denen diese Latenzzeiten relevant sind. Sehr anschaulich ist in diesem Zusammenhang das Beispiel der autonom fahrenden Autos der Zukunft, die zur Gewährleistung besonders schneller Reaktionszeiten auf Rechenzentren angewiesen ist, die sich physisch in der Nähe befinden.

Sogenannte dezentrale sowie verteilte Rechenzentren gewährleisten kürzere Latenzzeiten, da sie deutlich kleiner als die riesigen Hyperscale-Rechenzentren sind, die in den nordeuropäischen Ländern derzeit entstehen. Auch wenn sich autonomes Fahren zugegebenermaßen noch nach Zukunftsmusik anhört, geht die Tendenz für viele Technologien unserer digitalisierten Welt deutlich in Richtung Hochverfügbarkeit mit Hilfe von kleineren, verteilten Lösungen. Schließlich möchte jeder raschen Zugang zu seinen geschäftlichen Mails oder andere interne Systeme haben – oder einfach nur so schnell wie möglich Musik und Videos streamen.

Unternehmer können als Betreiber ihres eigenen Rechenzentrums von noch mehr Vorteilen profitieren: Sie können selbst bestimmen, wie hoch das Niveau der Sicherheitssysteme sein soll und wer (physisch) auf das System zugreifen darf. Dies ist insbesondere für Unternehmen und Behörden, die besonders sensible Daten verarbeiten und speichern, relevant.

Einer der größten Bedenken, die an diesem Punkt aufkommen, bezieht sich zumeist auf die Kosten. Doch der Aufbau und Betrieb der eigenen Infrastruktur muss nicht unbedingt mit enormen Kosten verbunden sein. Besonders wenn die Technik in Hinblick auf ihre Energieeffizienz dem neuesten Stand entspricht, lassen sich im Betrieb bis zu 60 Prozent der operativen Kosten einsparen. 
 
Schließlich bieten dezentrale Lösungen einen weiteren Vorteil: mithilfe von Wasserkühlungstechnologien kann die Abwärme dieser Rechenzentren statt ungenutzt zu verpuffen nachhaltig genutzt werden, beispielsweise zur Beheizung von Gebäuden. Man muss bei der Suche nach Lösungen also gar nicht erst so weit gehen,
wie es Microsoft mit seinem Konzept des Untersee-Rechenzentrums tut, um alternative Kühlungsmethoden zu finden, die bessere Energieeffizienzwerte erreichen.

 

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