Wo investieren in den nächsten sechs Monaten

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Wo investieren in den nächsten sechs Monaten?

Die Renaissance der Wohnimmobilie, der Logistik-Boom oder die Alternative Studentenwohnheim – wo sind Investitionen innerhalb Europas am profitabelsten? Worin unterscheiden sich die einzelnen Nationen? Was hat Deutschland als sicherer Hafen zu bieten?

Eri Mitsostergiou, European Research Director, Borja Sierra, President of Savills Latin America, und Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment, haben sich in dem aktuellen Real Estate Insights Podcast

The investor who gets it right will sit on the throne of real estate

zu Investitionsmöglichkeiten auf dem europäischen Immobilienmarkt ausgetauscht. Nun resümiert der Deutschlandchef die Erkenntnisse:

  1. Europäische Immobilien gelten nach wie vor als sichere Anlagehäfen. Die Immobilienrenditen fielen in den letzten Jahren zwar deutlich, doch blickt man auf die letzten 20 Jahre, so befinden sie sich gegenüber den Zinssätzen weiterhin auf einem historisch hohen Niveau.

  2. In Zeiten zunehmender Renditekompression müssen die Investoren jedoch immer intensiver nach attraktiven Investmentopportunitäten suchen. In den Core-Ländern heißt das vor allem sich auch außerhalb der CBDs zu orientieren.

In diesen zwei Punkten bin ich mit meinem Kollegen Borja Sierra aus Madrid und meiner Kollegin Eri Mitsostergiou aus Athen einer Meinung. Gemeinsam haben wir diskutiert, welche Länder und Anlageklassen Immobilieninvestoren in den nächsten sechs Monaten bevorzugen werden.

Auch in einem weiteren Punkt sind wir uns einig. Wir gehen alle drei davon aus, dass einem Segment dieses Jahr ein besonderer Durchbruch in Europa gelingen wird: Dem Wohnsegment, einschließlich Pflegeheimen und Mehrfamilienhäuser. Während das Vereinigte Königreich traditionell eine Nation von Wohnungseigentümern ist,
mietet die Mehrheit der Deutschen und Franzosen zum Beispiel länger und kauft später im Leben, wenn überhaupt. Dementsprechend gilt Wohnen in Deutschland seit Langem als etablierte Anlageklasse und ist vom Status eines Alternative Assets weit entfernt. Wohnen zur Miete wird aber wahrscheinlich in immer mehr europäischen Ländern an Bedeutung gewinnen und auch dort zur Etablierung dieser Anlageklasse beitragen.

In ganz Europa war Logistik das dominierende Gesprächsthema der letzten Monate (oder sogar der vergangenen Jahre). Da ein Ende des Onlinebooms im Handel bisher nicht absehbar ist, wird folglich auch die Nachfrage nach geeigneten Lagermöglichkeiten nicht abreißen. Dementsprechend möchten viele Investoren den Logistikanteil in ihrem Portfolio erhöhen.

Allerdings gibt es auch Punkte, in denen wir drei uns nicht einig sind, beispielsweise bei der Standortwahl der Investoren. Ich persönlich glaube, dass
Studentenwohnheime und Büros in deutschen Sekundärstädten weiterhin Investoren anziehen werden. Gerade in Deutschland bieten die Standorte der zweiten Reihe stabile Nutzermärkte bei gleichzeitig etwas höheren Renditen. Borja hingegen glaubt, Iberien habe sich von der Rezession erholt und biete Investoren die Erträge, die sie möglicherweise in Nord- und Mitteleuropa nicht erzielen können. Eri wiederum setzt die Makro-Brille auf und glaubt völlig zu Recht, dass die Investoren zunehmend die Fundamentaldaten einer Stadt anstelle eines Landes betrachten. Vor allem die Talentsituation vor Ort sowie die Infrastruktur werden berücksichtigt, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.

Letztendlich stellt Borja treffend fest, dass diejenigen, die gegen den Trend investieren, in der Regel am meisten profitieren; vorausgesetzt sie machen es richtig. Aus diesem Grund dürfte beispielsweise der Investor, der, trotz der aktuellen Handelsphobie, die richtigen Einzelhandelsobjekte an den richtigen Orten findet und/oder umwidmet am Ende auf dem Immobilienthron sitzen.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Online Publikation MIPIM Matters 2019.

 

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