Warum Holzbauten nicht nur trendy, sondern vor allem auch nachhaltig sind

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Warum Holzbauten nicht nur trendy, sondern vor allem auch nachhaltig sind

Häuser aus Holz – weltweit wird beim Bau von Immobilien immer mehr auf die Ressource Wald gesetzt. Durch diese Bauweise entstehen nicht nur individuelle Objekte mit besonderem Charme, sondern  wird auch die langfristige Speicherung von CO2 gefördert.

Das Bauen mit Holz ist derzeit Trend. Erst im März 2019 konnte mit dem „Mjøstårnet“ in der norwegischen Stadt Brumundda das höchste Holzhochhaus der Welt eröffnet werden. Mit 85,4 Meter Höhe löst es damit nach nur einem Jahr das „HoHo“ in Wien (84 Meter) ab. Und auch hierzulande werden die Bretter gestapelt – in Hamburg wird derzeit mit der „Wildspitze“ das höchste Holzhybridgebäude (64 Metern) Deutschlands geplant. Die Nachfrage kommt nicht von ungefähr: Holz ist nachhaltig, fungiert als CO2-Speicher und trägt so mitunter zum Klimaschutz bei. Dass es als Baustoff immer beliebter wird, merkt auch die Forstimmobilienwirtschaft.

Baurechtliche Bestimmungen unterstützen den Wohnungsbau mit Holz

Immer mehr Neubauprojekte setzen auf den nachhaltigen Rohstoff: In den letzten Jahren konnte in Deutschland ein kontinuierlicher Aufwärtstrend bei der Genehmigung von Holzbauten verzeichnet werden. Nicht zuletzt profitiert die Branche von staatlichen Subventionen von 30 Cent pro verbautem Kilogramm Holz bei dem Neubau von geförderten Wohnungen. Begünstigt werden die Holzbauten auch durch eine Reihe von Änderungen der baurechtlichen Bestimmungen in den Bundesländern. So war Baden-Württemberg 2015 das erste Bundesland, welches es erlaubte, Holz ohne nennenswerte Einschränkungen bis zur Hochhausgrenze einzusetzen. Das erste Produkt, das von dieser Entscheidung profitiert: das 34 Meter hohe SKAIO in Heilbronn. Weitere Länder folgten diesem Beispiel – u. a. Hamburg 2017 und Berlin 2018. Durch diese Lockerungen der Bauauflagen ist damit zu rechnen, dass dieser Trend sich weiter fortsetzt.

Wirtschaftliche Vorteile durch Holzbauweise
Doch was sind die Gründe, die das Bauen mit Holz für die Bau- und Immobilienwirtschaft derzeit so beliebt machen? Auf der einen Seite sind es ökonomische Faktoren, die für eine Holzbauweise sprechen. Mit seriell gefertigten Holzbausystemen können deutliche Verkürzungen der Projektierungszeiten erzielt werden – was wiederum zu weniger Umweltbelastung, Lärm und Schmutz führt. Möglicher Nebeneffekt: Baustellenfrust bei direkten Anwohnern kann somit teilweise vermieden werden. Der hohe Vorfertigungsgrad minimiert zudem Risiken und Kosten, es gibt weniger Mängelnacharbeiten und neue Objekte sind durch kürzere Innenausbauzeiten sowie weniger Verzögerungen schneller bezugsfertig.

Häuser aus Holz verlängern den Kohlenstoffspeicher aus dem Wald
Auf der anderen Seite wird durch den Rohstoff Holz ein ökologisch sinnvolles Bauen ermöglicht. Bäume gelten allgemeinhin als natürliche Klimaschützer – sie entziehen der Luft beim Wachstum das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Und auch in der
Verarbeitung zu Holz bleibt das CO2 weiterhin gebunden. In etwa bindet jeder Kubikmeter Holz rund eine Tonne Kohlenstoffdioxid. Da in der Herstellung weniger Energie verbraucht wird als in dem Produkt gebunden ist, wirkt sich dies positiv auf die Öko-Bilanz der gebauten Immobilien aus. Zudem können nicht mehr genutzte Produkte und überschüssiger Produktionsverschnitt einfach recycelt werden.

Mit dem Trend wächst auch die Nachfrage nach der Assetklasse Forstimmobilien
Die erhöhte Nachfrage nach Holz im Wohnungsbau macht sich auch auf dem Markt bemerkbar und macht die wertstabile Assetklasse für Investoren attraktiv. Doch bleiben Forstimmobilien nur solange eine nachhaltig sinnvolle Kapitalanlage, wenn sie mit der Absicht erworben werden, die ursprüngliche Nutzung fortzuführen und sie fortlaufend zu bewirtschaften. So ist es aus Sicht des Klimaschutzes kontraproduktiv, Wälder sich selbst zu überlassen, da Bäume insbesondere in der Wachstumsphase CO2 aufnehmen, während verrottende Bäume diesen hingegen freisetzen. Ökologisch ist es daher sinnvoll, nachhaltig Bäume zu entnehmen und ihren Rohstoff weiterzuverarbeiten. Jeder genutzte Stamm schafft Platz für neue Setzlinge, was wiederum zur Bindung von mehr CO2 führt.

Effektiv und nachhaltig
Die Verwendung von Holz als Baumaterial in der Immobilienwirtschaft ist nicht nur effektiv, sondern auch nachhaltig. So können Assets im Forstsegment einen wesentlichen Anteil zum Klimaschutz beitragen und dadurch in Zukunft noch deutlich wertvoller werden.

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