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Savills untersucht Investmentmärkte für Seniorenwohnen

Eine wachsende Nische in Europa

Seniorenwohnimmobilien rücken vermehrt ins Blickfeld der Investoren und konnten zuletzt auf dem europäischen Markt Rekorde in Bezug auf das Transaktionsvolumen verzeichnen: Laut Savills wurden seit Anfang des Jahres europaweit in diesem Segment Objekte für mehr als 700 Mio. Euro gehandelt. Dabei profitiert der Sektor sowohl von langfristig demografischen Entwicklungen als auch von den sich ändernden Lebensgewohnheiten älterer Menschen. Die Wachstumspotenziale für altersgerechte Immobilien der jeweiligen Länder analysiert Savills im aktuellen Senior Housing Opportunity Index.

Entwächst der Sektor den Kinderschuhen?
Die bedeutendsten Transaktionen im Bereich Seniorenimmobilien fanden seit Anfang des Jahres in Großbritannien statt, wo u. a. die Entwicklung vier „Seniorendörfer“ durch die Audley-Gruppe sowie der Erwerb des Royal Warwick Square-Projekts in London durch Riverstone Living abgeschlossen wurden. In Kontinentaleuropa hingegen befindet sich der Markt noch in einer Entwicklungsphase und wird zunehmend professioneller sowie transparenter. Dies zeigt sich vor allem im geringen Anteil grenzüberschreitender Investitionen, die im Durchschnitt der letzten fünf Jahre lediglich bei 30 % lagen – im Vergleich dazu war das Transaktionsvolumen ausländischer Investoren in den Segmenten Mehrfamilienhäuser und Studentisches Wohnen mit 40 % bzw. 62 % höher.

„Ein guter Kenntnistand über landesspezifische Vorschriften und Gesetze sowie ein Verständnis der jeweiligen Familienkulturen und Bedürfnisse älterer Menschen sind für ein umfassendes Knowhow und den damit verbundenen Erfolg einer Kapitalanlage in Seniorenimmobilien Voraussetzung", sagt Lydia Brissy, Director European Research bei Savills.

Nachfragepotenzial steigt – insbesondere in Deutschland
Um Wachstumspotenziale für Seniorenimmobilien in den europäischen Ländern genauer identifizieren und bewerten zu können, hat Savills auf Grundlage unterschiedlichster Faktoren den Senior Housing Opportunity Index entwickelt. Ausschlaggebende Kennziffern sind die demografische Entwicklung, die Reife der Wohnungsmärkte und das private Vermögen der älteren Menschen. Die Auswertung zeigt, dass Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen mit einem starken Nachfragepotenzial einen hervorragenden Nährboden für Projekte im Bereich Seniorenwohnen bieten. Insbesondere der deutsche Markt weist demnach große Potenziale auf und liegt in dem Ranking noch vor Frankreich und Großbritannien auf dem ersten Platz. „In Deutschland sehen wir im Bereich der Seniorenimmobilien sehr große Wachstumsmöglichkeiten, da der Anteil der Senioren im Alter zwischen 70-79 Jahren mit rund 7,8 Millionen sehr groß ist.

Hinzu kommt, dass die Deutschen einer der höchsten Sparquoten in Europa haben und der Markt hierzulande von einem hochliquiden Umfeld sowie einem reifen Wohnungsmarkt profitiert“, berichtet Sascha Hanekopf, Director Investment bei Savills.

Spitzenrenditen bleiben attraktiv
Die zunehmende Nachfrage der Investoren nach Seniorenwohnungen hat zwar den Druck auf die Spitzenrendite erhöht, im Vergleich zu herkömmlichen Wohn- oder Gewerbeimmobilien bleibt sie jedoch weiter wettbewerbsfähig – derzeit liegt sie zwischen 3,5 % und 5,0 % bei Direktvermietungen, je nach Land, Lage und Qualität des Objekts.

„Als Anlageklasse stellt Seniorenwohnen eine zunehmend strategische Investitionsmöglichkeit dar. Da erstklassige Gelegenheiten in traditionellen Immobiliensektoren seltener werden und zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden, verlagern insbesondere institutionelle Investoren, denen ein hohes Maß an Kapital zur Verfügung steht, ihren Fokus auf operative Vermögenswerte mit Potenzial für langfristige Einkommenssteigerungen - wie z.B. Seniorenwohnen. Da der Sektor reift, erwarten wir hier eine weitere Renditekompression“, sagt Marcus Roberts, Director, Residential Capital Markets bei Savills.

Zu unserer Publikation: European Senior Housing

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