Market in Minutes - Investmentmarkt Deutschland - Juni 2019

Publikation

Market in Minutes Investmentmarkt Deutschland

Rekordmonat September

Text: Matti Schenk

Der September war der umsatzstärkste Monat aller Zeiten am deutschen Investmentmarkt für Gewerbe- und Wohnimmobilien. Insgesamt wurde im letzten Monat ein Transaktionsvolumen von etwa knapp 14,0 Mrd. Euro umgesetzt (siehe Tabelle unten). Im bisherigen Jahresverlauf wechselten Gewerbeimmobilien für etwa 43,4 Mrd. Euro den Eigentümer und damit 2 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Am Wohninvestmentmarkt belief sich das Transaktionsvolumen auf 12,0 Mrd. Euro und lag damit ebenfalls etwa auf Vorjahresniveau (- 3 % ggü. Q1 - Q3 2018).

Während eine Zinswende voraussichtlich für viele Jahre kein Thema mehr sein wird, könnte eine mögliche Konjunkturwende zunehmend ins Blickfeld der Investoren geraten. Noch befindet sich die deutsche Wirtschaft lediglich in einer an den Immobilienmärkten kaum wahrnehmbaren Industrie-Rezession – schon gar nicht in den großen Städten. Hält diese aber länger an, wird der Abschwung auch in den anderen Wirtschaftssektoren ankommen. Die Unternehmen dürften dann etwa bei der Anmietung von Büroflächen zögerlicher werden. Ob es so kommt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die USA und China ihren Handelskonflikt beilegen. Im Hinblick auf die Nachfrage an den Immobilieninvestmentmärkten ist aber damit zu rechnen, dass der Einfluss der verschobenen Zinswende jenen der Konjunkturwende überwiegt und das Transaktionsvolumen wohl auch über das laufende Jahr hinaus auf sehr hohem Niveau bleibt. Bis zum Jahresende dürfte das Gewerbetransaktionsvolumen auf 65 Mrd. Euro steigen, was abermals ein neuer Umsatzrekord wäre (siehe Abbildung unten).

Am Wohninvestmentmarkt hat sich an den Fundamentaldaten wenig verändert. Im Gegenteil: Angesichts weiter steigender Haushaltszahlen und einer wieder rückläufigen Zahl an Baugenehmigungen könnte die Angebotsknappheit in vielen Regionen sogar steigen. Eigentümer von Wohnungen können daher vielerorts von stabilen Einnahmen und relativ hoher Wertbeständigkeit ausgehen. Die Investorennachfrage müsste daher hoch bleiben. Allerdings herrscht unter den Investoren aufgrund der schon beschlossenen und noch im Raum stehenden Regulierungsmaßnahmen eine zunehmende Verunsicherung, insbesondere mit Blick auf Berlin. Die derzeitige Diskussion um den Mietendeckel führt dazu, dass die zulässige Höhe von Mieten momentan nicht abzuschätzen ist, weshalb viele Investoren momentan von weiteren Wohnungskäufen in der Hauptstadt absehen dürften.

Der bisherige Jahresverlauf am deutschen Immobilieninvestmentmarkt war von zahlreichen Großtransaktionen geprägt. Insgesamt gab es in diesem Jahr schon fünf Portfolio-Transaktionen mit einem Volumen von jeweils mindestens 1 Mrd. Euro. Im gesamten Jahr 2018 waren es nur drei. Hinzu kamen bislang vier Einzeltransaktionen mit einem Volumen von mindestens 500 Mio. Euro. Beides sind neue Rekordwerte für die ersten drei Quartale eines Jahres und Ausdruck des nach wie vor extrem hohen Anlagedrucks der Investoren.

Weitere Informationen, zum Beispiel die zehn größten Transaktionen im September, können Sie in unserem Market in Minutes (pdf) entnehmen.