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Stark vernetzt: Isabell Schöps und Zehra Gürleyen über das Savills Frauennetzwerk

Isabell Schöps, Gründerin des Savills Frauennetzwerk, und Zehra Gürleyen, die im Netzwerk aktiv ist, berichten im Doppelinterview über ihre Motivation für die Community, aktuelle Aktivitäten und Themen, die die Mitglieder bewegen.

Isabell und Zehra, wie lange seid ihr beide schon im Immobilienbereich tätig? Was begeistert euch an dieser Branche?

Isabell:
Seit 2006 konnte ich in verschiedenen Immobilienunternehmen im HR-Bereich tätig sein. Die Immobilienbranche fasziniert mich sehr. Besonders begeistere ich mich für die internationale Zusammenarbeit, durch die ich mir über die Jahre ein großes Netzwerk aufbauen konnte. Darauf kann ich immer zurückgreifen, wenn sich Fragen ergeben oder wir neue Fachkräfte suchen - das macht schon viel aus. Spannend finde ich auch, zu verfolgen, welchen Weg ehemalige Kolleg:innen genommen haben, ihre Lebensläufe und persönlichen Entwicklungsgeschichten.

Zehra: Ich unterstütze seit 16 Jahren als Assistentin das Investmentteam in Düsseldorf. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, an Projekten von bedeutenden Investments mitzuwirken und so einen Teil zur Entwicklung der Branche beizutragen. Die Arbeit im Hintergrund solcher großen Deals ist herausfordernd und abwechslungsreich zugleich. Die Dynamik und Vielfalt der Immobilienbranche machen meinen Job besonders interessant.

Ihr seid beide Mitglied des Savills Frauennetzwerks. Wann wurde dieses gegründet und warum engagiert ihr euch?

Isabell:
Das Frauennetzwerk habe ich im Mai 2024 gegründet. Kurz darauf erwähnte eine Kollegin, Emily Colquhoun, dass auch in UK schon ein Frauennetzwerk existiert, und so sind wir in Kontakt getreten. Unser neues Frauennetzwerk ist bisher auf Deutschland begrenzt, der Plan ist aber auf jeden Fall eine stetige Ausweitung und internationale Vernetzung. Unser Management hat die Gründung durchweg positiv begleitet.

Zehra: Meine Motivation ist es, eine Plattform zu schaffen, die Frauen in der Immobilienbranche unterstützt und vernetzt. Wir möchten einen Raum bieten, in dem sich Frauen austauschen, gegenseitig inspirieren und gemeinsam an ihren beruflichen Zielen arbeiten können. In einer männerdominierten Branche ist es besonders wichtig, dass wir uns gegenseitig stärken und fördern, um gleiche Chancen für Frauen sowie die Förderung und die Sichtbarkeit von Frauen zu verbessern.

Isabell: Da kann ich Zehra nur zustimmen: Da ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber bereits Teil eines Führungskräfte-Frauennetzwerkes war und auch bei „Frauen in Führung“ schon lange aktiv bin, merke ich immer mehr, wie wichtig der offene Austausch unter Frauen ist. Besonders in der Immobilienbranche ist es wichtig, Ansprechpartnerinnen zu haben, gerade auch standortübergreifend. Wir unterstützen uns gegenseitig, sprechen über Probleme und Fortschritte. Aber natürlich sind auch die „Male Allys“ wichtig, die modernen männlichen Kollegen, die unser Netzwerk unterstützen.

Wieso braucht es ein eigenes Netzwerk nur für Frauen?

Zehra:
Oft sind bestehende Netzwerke nicht ausreichend. In unserem Netzwerk wollen wir gezielt Themen aufgreifen und Lösungen entwickeln, die Frauen in ähnlichen Lebenssituationen unterstützen. Wir bieten eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, Tipps zur besseren Vereinbarkeit von Job und Familie zu teilen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um in der Branche erfolgreich zu sein. Ein Beispiel dafür sind Mütter, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Beruf und Familie vereinbaren müssen. Unser Ziel ist es, eine unterstützende Gemeinschaft aufzubauen, die den spezifischen Bedürfnissen von Frauen gerecht wird.

Wie wurde das neue Netzwerk angenommen?

Isabell:
Sehr positiv! Bereits beim ersten Treffen über Teams waren über 50 Frauen dabei. Alle haben sich kurz vorgestellt und gleich Gemeinsamkeiten entdeckt, wodurch sich die Teilnehmerinnen auf eine ganz andere Art kennenlernen konnten als sonst im beruflichen Kontext. Mittlerweile sind wir bereits über 130 Netzwerkerinnen. An unserem 2. Netzwerktreffen zum Thema „Frauen und Finanzen“ haben sehr viele Kolleginnen äußerst interessiert teilgenommen. Das hat mich sehr gefreut!

Wie sind die Treffen aufgebaut? Was für Themen werden besprochen?

Zehra:
Um möglichst vielen Kolleginnen die Teilnahme zu ermöglichen, werden die Treffen sowohl in Präsenz als auch virtuell organisiert. Zur besseren Planung und Organisation haben wir an den einzelnen Standorten Projektleiterinnen ernannt. Ich freue mich besonders, dass ich in Düsseldorf zusammen mit meiner Kollegin Lija Brinkmann diese Verantwortung tragen darf.

Unsere Treffen sind vielseitig und umfassen verschiedene Formate wie Diskussionsrunden oder Workshops. Wir behandeln eine breite Palette von Themen, darunter Karriereentwicklung, Finanzen, Self Care, (mentale) Gesundheit, Leadership und vieles mehr.

Isabell:  Wir laden auch Gastrednerinnen ein, die zu den jeweiligen Themen sprechen. Bei unserem jüngsten Netzwerktreffen am 25.09. hat die Journalistin, Mentorin, Autorin und Speakerin Magdalena Sportmann über ein sehr spannendes Thema gesprochen. Es ging um die Absicherung gegen finanzielle Risiken und den eigenen Umgang mit Geld. Gerade welche Finanzfallen speziell für Frauen bestehen, was die Konsequenzen sind und welche Gegenmaßnahmen wir ergreifen sollten, war besonders spannend.

Natürlich wollen wir zukünftig auch Events organisieren, bei denen Männer herzlich willkommen sind, um so dem anderen Geschlecht einen Blick auf unsere Arbeit zu ermöglichen. Gerade jetzt befinden wir uns allerdings noch in einer Startphase, in der wir uns als Netzwerk finden und untereinander besser kennenlernen wollen.  
 
Zehra, was muss der Arbeitgeber gewährleisten, damit du gerne dort arbeitest? Welche beruflichen Ziele hast du und welche Rolle spielt dabei auch die Arbeitskultur?  

Für mich sind mehrere Aspekte wichtig: Ein unterstützendes, inklusives Arbeitsumfeld, in dem ich mich wertgeschätzt fühle zum einen. Flexibilität, insbesondere in Bezug auf Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum anderen.          
                                                                                                                                                                                            Auch ein transparentes Kommunikationsklima, klare Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Anerkennung und Belohnung von Leistung sind entscheidend. Als Senior Assistentin strebe ich danach, mich in meinem Bereich weiterzuentwickeln und mehr Verantwortung zu übernehmen. Flexibilität, Weiterbildungsmöglichkeiten und eine positive Arbeitskultur sind dabei entscheidend.

Isabell, was würdest du jungen Fachkräften gerne mit auf den Weg geben?  

Es ist spannend zu sehen, wieviel sich über die Jahre verändert hat. Wichtig finde ich vor allem die richtige Motivation zur Arbeit zu finden. Ausschlaggeben ist dabei, Spaß zu haben, bei dem, was man tut. Einen großen Anteil unsere Zeit verbringen wir im Job, da sollte man gerne arbeiten gehen. Man merkt, wenn Kolleginnen sowie Kollegen ihren Job lieben. Das ermöglicht einen einzigartigen Spirit. Die Immobilienbranche ist dafür prädestiniert.  

Zudem empfehle ich jungen Fachkräften, sich ein Netzwerk aus unterschiedlichen Personen und Persönlichkeiten aufzubauen. Das ermöglichen wir u.a. über unser Frauennetzwerk. Ein weiterer wichtiger Punkt: Seid empathisch. Versetzt euch in die Leute, mit denen ihr zusammenarbeitet, egal ob Führungskraft oder Praktikantin. Und: Vergesst das Privatleben nicht, das haben wir früher zu oft gemacht. Natürlich gibt es stressige Phasen, aber es ist wichtig, einen Ausgleich zu finden. Eine stimmige Balance zwischen Beruf, Familie und Freunden wünsche ich allen jungen Fachkräften.

Und ein Tipp besonders an die Frauen: Traut euch! Oft gehen Frauen den Schritt in Führungspositionen erst viel später als Männer. So habe auch ich erst eineinhalb Jahre nach der Geburt meiner Tochter meine erste Führungsposition angetreten und hatte zum Glück ein gutes Mentoring, um mich zu ermutigen. Traut euch das zu, seid selbstbewusst, auch als Mütter. Arbeitet miteinander anstatt gegeneinander, unterstützt euch gegenseitig, denn zusammen sind wir erfolgreicher.


 

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