Mit der Zinswende und dem Ende des Superzyklus hat der Transformationsdruck für die Immobilienbranche immens zugenommen. Worauf es für die Immobilienmarktakteure nun ankommt, beschreibt Matthias Pink, Head of Research Germany.
Plötzlich ging es schnell. Die steile Zinswende hat den mehr als eine Dekade währenden Superzyklus am deutschen Immobilienmarkt abrupt enden lassen. Das hat viele Marktakteure derart überrumpelt, dass sie in eine Schockstarre verfallen sind. Abwarten lautet die Devise. Die Verunsicherung ist möglicherweise auch deshalb so groß, weil längst nicht nur die Zinsen eine Wende vollziehen. Demographische Wende, geopolitische Wende, Klimawende, KI-Wende, Mobilitätswende. Und so weiter. Wende ohne Ende. Wie sollte man da nicht verunsichert sein?
Ein Zyklustal lässt sich aussitzen, eine Zeitenwende nicht
„Was nun kommt, bleibt unscharf (…), weil zu viele Wenden gleichzeitig stattfinden“, schreibt Stephan A. Jansen. Und auch: „Es wirkt unkomfortabel“. Aber hallo! Da erscheint Abwarten als die sicherste und bequemste Option. Doch seien wir ehrlich: Ein Zyklustal mögen wir aussitzen können. Eine Zeitenwende lässt sich so nicht bewältigen. „Aus der Krise herausinvestieren“, das Motto des diesjährigen „Quo Vadis“-Kongresses, ist da schon besser. Immerhin schubst es uns an, bringt uns in Bewegung. Doch wohin sollen wir uns eigentlich bewegen? Auf schnellstem Wege aus der Krise, sicher. Und dann? Ebenso wenig wie stoisches Abwarten hilft, ist stures Geradeausfahren das Richtige. Viele Immobilien, am prominentesten vielleicht die einst stolzen Warenhäuser, sind auf diese Weise in den letzten Jahren gestrandet. Und manch Eigentümer mit ihnen. Angesichts der teils umwälzenden Veränderungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen, die den Strukturwandel im Einzelhandel in Tempo und Ausmaß um ein Vielfaches übertreffen (siehe Abbildung), ist ein „Weiter so“ ganz sicher keine erfolgversprechende immobilienwirtschaftliche Strategie. Kopfloser Aktionismus, wie er sich zum Beispiel beim Umsetzen der ESG-Vorgaben beobachten lässt, aber auch nicht.








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