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Publikation

Office of the future?

Wie flexibel und individuell wünschen sich die Arbeitnehmer von heute ihren Arbeitsplatz von morgen? Wie urban muss ein Standort sein? Und welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf unsere Arbeitsweise haben? Unter dem Titel „Office of the future?“ untersuchten Savills und die Unternehmensberatung Consulting cum laude GmbH die Vorstellungen der Generationen X und Y vom Büro der Zukunft.

DAS Büro der Zukunft? – Gibt es nicht! Weder Berufseinsteiger und Young Professionals der Generation Y noch Mitarbeiter mit langjähriger Berufs-/Büroerfahrung der Generation X haben eine konkrete Vorstellung davon, wie das Büro der
Zukunft aussehen wird. Dies beweisen unsere Befragungsergebnisse. Dennoch legt diese Studie dar, dass sich das Büro der Zukunft verändern wird, ja gar muss. Schließlich führen Megatrends dazu, dass die heutige Bürolandschaft vor Herausforderungen wie der zunehmenden Urbanisierung oder rasend schnell voranschreitenden Digitalisierung gestellt wird. Diese Megatrends und Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Lage und den Standort des Büros, das Gebäude an sich und natürlich die Bürofläche sowie den eigentlichen Arbeitsplatz. Hervorzuheben ist, dass die Mitarbeiter, egal ob aus der Generation X oder der Generation Y, in fast allen Punkten sehr ähnliche Ansichten zum Büro der Zukunft haben. Doch
wie sehen diese nun konkret aus und was sind die wesentlichen Ergebnisse unserer Studie?

  • Die Lage und der Standort eines Büros werden in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen. Insbesondere Büros in zentraler Lage, welche eine schnelle Anfahrt, sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV oder Fahrrad, ermöglichen, haben Vorteile gegenüber weniger günstig gelegenen Büros. Auch das Angebot zusätzlicher Services, wie Car- und Bike-Sharing oder der Warenlieferung am Tag der Bestellung, die nur in sehr zentralen und hoch verdichteten Räumen nutzbar sind, lassen den zentralen Standort eines Büros gegenüber der Vergangenheit noch wichtiger erscheinen. In einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt ist es nicht zuletzt ein urbanes Umfeld, welches, durch die Möglichkeit Privates und Berufliches zu verbinden, immer mehr an Bedeutung gewinnt.
  • Mit dem Aspekt der Urbanität geht auch eine stärkere Mischung verschiedener Nutzungen einher, sowohl auf Ebene einzelner Objekte als auch von Stadtquartieren. Gemischt genutzte Objekte bieten hier nicht nur Synergieeffekte für die Nutzer sondern auch eine bessere Risikodiversifikation für Investoren.
  • Die Kombination verschiedener Nutzungen führt zudem zu einer Verringerung des Wegeaufkommens und trägt somit einen ökologischen Nutzen. Aber nicht nur dieser Nachhaltigkeitsaspekt, auch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Bürogebäude, und folglich mit dem Unternehmen an sich, wird gefördert. Schließlich wünschen sich unsere Befragten ein nachhaltiges Bürogebäude. Darüber hinaus sind eine angenehme Beleuchtung, Klimatisierung sowie zunehmend auch die Mitbestimmung bei der Gestaltung der Bürofläche von Bedeutung. Wird diesem Wunsch entsprochen, können sich die Mitarbeiter mit dem Arbeitsplatz identifizieren und fühlen sich wohl. Dies führt letztendlich zu einer höheren Arbeitsmotivation und –produktivität und ist somit zum Vorteil aller Beteiligten.
  • Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt in den vergangenen Jahren bereits stark verändert. Zukünftig ist Arbeiten von überall möglich: im Büro, im Home Office oder im Café. Berufs- und Privatleben lassen sich so besser vereinbaren. Die Technik schreitet jedoch um ein Vielfaches schneller voran, als die meisten Menschen diese Neuerungen und die damit verbundenen Möglichkeiten auch adaptieren. Hier sind sowohl die Industrie als auch die Unternehmen gefordert, ihreMitarbeiter stärker „an die Hand zu nehmen“ und ihnen die Möglichkeiten und damit verbunden Chancen aufzeigen und sie dafür zu begeistern.
  • Die neue Flexibilität der Arbeit wirkt sich auf das Layout der Bürofläche aus. Arbeiten die Mitarbeiter häufiger außerhalb des Büros, lässt sich durch Desk-Sharing ein gewisser Teil der Arbeitsfläche einsparen. Gleichzeitig muss jedoch auch neuer Raum für Kommunikation und kreatives Arbeiten innerhalb des Büros geschaffen werden. Fragt man die Mitarbeiter jedoch selbst, wünschen diese sich fast ausnahmslos einen eigenen stationären Arbeitsplatz. Schlussendlich ist es Aufgabe der Unternehmen einen Mittelweg zwischen kosteneffizienter Flächennutzung und Mitarbeiterzufriedenheit zu finden.

Um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können ist es nun Aufgabe der Projektentwickler, Mieter sowie Investoren – also aller Akteure, welche mit Büroflächen in Verbindung stehen – auf diese Erkenntnisse adäquat zu reagieren. So müssen Projektentwickler neben dem Einhalten immer größerer energetischer Anforderungen auch eine intelligente Gebäudetechnik konzeptionieren, die den Ansprüchen der einzelnen Mieter insgesamt, aber auch jedem einzelnen Nutzer individuell gerecht wird. Investoren sollten im Ankauf nicht mehr nur auf „Lage, Lage, Lage“ achten. Der altbekannte Dreiklang der Immobilienwirtschaft lautet in Zukunft vielmehr „Lage, Flexibilität und Service“. Unternehmen hingegen müssen die Chancen und Möglichkeiten neuer Bürokonzepte  und Office-Technologien deutlich frühzeitiger kommunizieren und alle beteiligten Mitarbeiter wesentlich früher und stärker in Planungs- und Entwicklungsprozesse miteinbeziehen. Nur so kann das Büro der Zukunft zu einem Mehrwert für alle Beteiligten werden.