Im Gespräch mit Paul Mikolajczyk, Director und Teamleader ESG Services Germany, und Matti Schenk, Associate Director Research bei Savills, beleuchten wir die Beratungsleistungen rund um das Thema ESG, die Mehrwerte für die verschiedenen Zielgruppen und das Zusammenspiel zwischen Research funktioniert.
Seit dieser Woche erhalten wir einen Einblick in die ESG Services bei Savills. Könnt ihr uns sagen, was der Bereich ESG Services beinhaltet?
Paul Mikolajczyk: Mit den ESG Services unterstützen wir die Immobilienwirtschaft in sämtlichen Nachhaltigkeitsaspekten für einzelne Immobilien, aber auch für Portfolien. Dieser beginnt mit der Analyse der ESG-Performance, gefolgt von der Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien und endet mit der Umsetzung einzelner ESG-Lösungen & ESG Reportings.
Warum ist ESG aktuell so omnipräsent in der Immobilienwirtschaft?
Matti Schenk: Die Immobilienwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle zur Erreichung der Klimaziele. So entfallen in Deutschland rund 30 % bis 35 % der Treibhausgasemissionen auf den Bau, Erhalt und Betrieb von Gebäuden. Die Europäische Union möchte die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % senken und will bis 2050 klimaneutral werden. In diesem Zusammenhang steht auch die sogenannte EU-Taxonomie mit ihren sogenannten ESG-Kriterien. Sie soll Nachhaltigkeitsaspekte in Finanzprodukten transparent machen und so langfristig Kapital in nachhaltige Investitionen lenken. Dies betrifft auch institutionelle Immobilieninvestoren. Für die Ansprache einer möglichst breiten Käuferschicht ist es deshalb essenziell zu belegen, inwiefern ESG-Kriterien in Gebäuden bereits erfüllt werden oder welche Strategie verfolgt wird, um diese umzusetzen. Auch bei Immobilienkrediten werden Nachhaltigkeitsaspekte des zu finanzierenden Gebäudes immer stärker berücksichtigt. Darüber hinaus bahnen sich strengere Vorgaben seitens der Gesetzgeber zur Energieeffizienz an, sodass auch langfristige Bestandshalter kaum noch an den Themen ESG und Nachhaltigkeit vorbeikommen.
Welche Mehrwerte und Chancen können sich für die Immobilienwirtschaft ergeben?
Paul Mikolajczyk: Wir unterscheiden strategische und operative Mehrwerte. Eine Pauschalisierung dieser ist zwar möglich, jedoch oftmals nicht spezifisch genug.
Maßgeblich ist die Zielsetzung und in welcher Phase sich das Asset befindet. Hier wollen wir durch unseren zielgerichteten Ansatz Mehrwerte schaffen. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen, um das Stranding Date zu verschieben oder die EU-Regulatorik zu erfüllen sowie auf operativer Ebene Effizienzen durch digitale Tools umzusetzen.
Welche Zielgruppen sprecht ihr also mit den ESG Services an? Gibt es Cases, in denen die ESG Services bereits zum Einsatz kamen?
Paul Mikolajczyk: Wir beraten Eigentümer, Asset Manager, Mieter sowie Projektentwickler mit einem ganzheitlichen Ansatz in allen Asset-Klassen.
Dabei konnten wir bereits eine Vielzahl von Mehrwerten für verschiedene Kunden erzielen. Dazu gehören die Entwicklung Nachhaltigkeitsstrategien, die Umsetzung einer höheren Gebäudezertifizierung im Management, kontinuierliche ESG Reportings sowie die Analyse des Status quo der ESG-Performance (einschl. Regulatorik) im An- und Verkauf sowie im Management.
Darüber hinaus konnten wir in einer besonderen Erfolgsgeschichte einem Kunden durch unsere Beratung bei einem Energieversorgungsvertrag einen sechsstelligen Betrag pro Jahr einsparen.
Wie kann Research dabei unterstützen?
Matti Schenk: Wir beobachten permanent die Immobilienmärkte und können beispielsweise aufzeigen, welche Bedeutung Nachhaltigkeitszertifikate am Investmentmarkt mittlerweile erlangt haben. Außerdem behalten wir den Überblick über die neuesten Studien und Erkenntnisse, um daraus Folgen für das zukünftige Marktgeschehen sowie Empfehlungen für die Marktteilnehmenden abzuleiten.

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