Deutschland gilt als führender Wissenschafts- und Innovationsstandort. Anlässlich der Berlin Science Week erläutern die Savills Expertinnen Emily Colquhoun und Sarah Thorley die positiven Entwicklungen in der Hauptstadt.
Deutschland gilt europaweit als der führende Markt für Investitionen von Pharmaunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Globale Top-Player der Life Science-Branche sind hier angesiedelt, darunter Bayer, Boehringer Ingelheim und die Merck KGaA.
Die Bundesrepublik kann hier im Bereich Wissenschaft und Innovation ein weit verzweigtes Standort-Netzwerk ausweisen: Mit bundesweit 19 Universitäten, die zu den 200 besten Ausbildungsstätten der Welt für Life Science gehören, und 14 weltweit führenden Krankenhäusern, bietet Deutschland einen großen Pool an Spitzentalenten und top ausgebildeten Medizinern und Medizinerinnen, die in einer Vielzahl von Exzellenzzentren münden. Laut Global Innovation Index ist Deutschland mit 10 Clustern unter den Top 100 der Welt vertreten, wobei Köln und München die beiden größten Cluster sind. Berlin hat sich längst als Innovationsstandort etabliert und ist im letzten Jahr um vier Ränge auf Platz 40 des weltweiten Rankings aufgestiegen. Einer der wichtigsten Treiber für die positive Entwicklung ist die Berliner Universitätsallianz, ein Konsortium der vier lokalen Universitäten Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität und Charité-Universitätsmedizin. Dieser geballte Wissenschaftscluster macht Berlin zu einem Forschungsstandort von Weltrang und ermöglicht es Unternehmen, vor Ort herausragende Talente zu rekrutieren und zu binden.
Der Berliner Senat hat vor einigen Jahren beschlossen, die Hauptstadt zu einer der führenden Regionen im Gesundheitssektor in Deutschland und Europa zu entwickeln, und hat gemeinsam mit dem benachbarten Brandenburg den Masterplan "Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg" aufgestellt. Heute sind in der Region mehrere Life Science Parks angesiedelt, u. a. der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof und der Innovationspark Wuhlheide.
Als eine der pulsierendsten Städte Europas ist Berlin ein beliebter Standort für Technologie- und Start-up-Unternehmen und beheimatet sowohl junge als auch etablierte Firmen. Die Mieten für Büro- und Life Science-Flächen liegen zwischen 15 und ca. 25 € pro Quadratmeter und Monat, wobei letztere eher in Neubauten in Zentrumsnähe erzielt werden können.
Eine Reihe großer globaler Unternehmen sowie Start-ups aus den Bereichen Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie, Agrartechnologie, Medizintechnik, Forschung und Entwicklung sowie Pharmazeutik sind in der Stadt vertreten, darunter Parexel, B. Braun, Pfizer mit ihrem Hauptsitz und die Bayer AG Pharmaceuticals. Zwei wichtige Transaktionen auf dem Gesundheitsimmobilienmarkt unterstreichen die Bedeutung Berlins für diesen Sektor: So hat das Robert Koch-Institut temporär 10.500 m² Bürofläche in der Gerichtstraße 27 bezogen, während der bisherige Standort saniert wird. Zudem erwarb Pfizer in der Hauptstadt gegen Ende letzten Jahres rund 6.000 m².
Für die Zukunft ist zu erwarten, dass einige ehemalige Industriestandorte der Stadt in Mischnutzungsprojekte umgewandelt werden, wobei ein erheblicher Flächenanteil auf Laboreinrichtungen entfallen wird. Diese Entwicklung wird durch das Zusammenwirken technologischer und wissenschaftlicher Innovationen sowie steigende öffentliche Fördermittel noch verstärkt. So entstehen moderne und dynamische Laborräumlichkeiten für innovative Unternehmen, die sich als Marktführer der Branche etablieren wollen. Bevorstehende Großprojekte dieser Art sind der FUHUB der Freien Universität in Dahlem, der nächstes Jahr fertiggestellt werden soll, sowie das Luxwerk im Stadtteil Haselhorst mit Fertigstellungstermin 2025. Berlin bleibt damit auch in Zukunft eine gefragte Adresse für neue und etablierte Unternehmen, die im weiter aufstrebenden Wissenschafts- und Innovationssektor der Stadt Fuß fassen möchten.

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