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Büronutzer werden zu Feinschmeckern

Die Anforderungen der Unternehmen an ihre Büros steigen. Dadurch steigen die Mieten im Spitzensegment, während am anderen Ende der Qualitätsskala der Leerstand zunimmt.

 

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein monatliches Budget für Restaurantbesuche von, sagen wir, 200 Euro. Nun haben Sie die Wahl: Gehen Sie jede Woche in eine Mittelklasse-Gaststätte oder gönnen Sie sich einmal im Monat ein Mehrgängemenü im Sternerestaurant?
Nun will ich hier nicht auf Ihre kulinarischen Vorlieben hinaus, sondern mit diesem Bild illustrieren, was an den Büromärkten passiert: Immer mehr Unternehmen werden bei der Wahl ihres Büros zu echten Gourmets. Sie nehmen das Beste, was ihr Budget hergibt, verzichten dafür aber auf Fläche. Zwei Treiber spielen dabei eine Rolle: Im Zeitalter mobilen Arbeitens, in das uns spätestens die Pandemie katapultiert hat, muss das Büro erstens ein Ort sein, an dem sich die Menschen gerne aufhalten. Ein hochwertiges Gebäude und eine zentrale Lage sind dabei nicht alles, aber sie tragen zu einem attraktiven Büro bei. Zweitens achten die Unternehmen stärker auf ihren Energieverbrauch – sei es aus regulatorischen Gründen oder um den massiv gestiegenen Preisen entgegenzuwirken. Und energieeffiziente Büroflächen befinden sich nun mal fast ausnahmslos in modernen, hochwertigen Gebäuden.
Die Folge dieser Gourmet-Bewegung: An den Sternerestaurants des Büromarktes, also den State-of-the-Art-Büros, stehen die Kunden Schlange und die Preise dort steigen, während in den Mittelklasse-Gaststätten, nennen wir sie Nullachtfünfzehn-Büros, immer weniger Leute sitzen und sich ihr Betrieb womöglich bald nicht mehr lohnt. In den Büromarktzahlen kommt das in steigenden Leerständen bei zugleich steigenden (Spitzen-)Mieten zum Ausdruck.
So ganz passt der Restaurant-Vergleich dann allerdings doch nicht – und für Eigentümer, deren Büroobjekt derzeit nicht mit der Spitzenklasse mithalten kann, ist das eine gute Nachricht: Es dürfte in vielen Fällen leichter sein, das Mittelklasse-Büro in die Oberklasse aufzuwerten, als die durchschnittliche Gaststube in ein Sternerestaurant zu verwandeln. Hochwertige Büros brauchen nämlich weder Spitzenkoch noch Spitzenköchin. Doch selbst das kann ein Mittel sein, um das eigene Bürogebäude attraktiv für Nutzer zu machen.

 

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