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Investitionen aus dem Nahen Osten: Europäische Immobilien im Fokus?

Ist der britische und europäische Immobiliensektor interessant für Investoren aus dem Nahen Osten? Inwieweit diese den Markt sondieren und was für sie Anreize sind, erläutern die Spezialisten James Burke und Edward Price.

Nachdem die Aktivität von Investoren aus dem Nahen Osten am britischen und europäischen Immobilienmarkt im Jahr 2023 im Vergleich zu den jeweiligen 5-Jahres-Durchschnittswerten relativ verhalten war, könnte sich ihr Interesse im Laufe des Jahres 2024 wieder deutlich erhöhen.

Diese Prognose lässt sich nicht zuletzt darauf zurückführen, dass sich die Zinssätze stabilisiert haben und an vielen europäischen Märkten eine scharfe Preiskorrektur stattgefunden hat. Anleger aus der Golfregion werten dies als ein Zeichen, dass die Märkte die Talsohle durchschritten haben, und sehen nun Möglichkeiten, von attraktiven Einstiegspreisen zu profitieren, während sich bereits der Beginn eines neuen Immobilienmarktzyklus abzeichnet.

Trotz der vergleichsweisen hohen, risikoadjustierten Renditen, die sich mit anderen Assetklassen erzielen lassen, sind die Investoren aus der Golfregion nach wie vor sehr daran interessiert, in den Immobiliensektor zu investieren – sowohl zur Sicherung stetiger Erträge als auch zur langfristigen Vermögenssicherung. Da einige Immobilienmärkte im Nahen Osten in der letzten Phase ihres laufenden Zyklus angekommen sind, könnte dies die Investoren dazu bewegen, zusätzliches Kapital ins Ausland zu verlagern. Ganz oben auf der Liste der Zielländer: Großbritannien, die europäischen Märkte sowie die USA.

Wer sind die aktivsten Investoren?
Wir gehen davon aus, dass vor allem opportunistische Privatanleger aus der Region im ersten Halbjahr 2024 am aktivsten sein werden, während einige institutionelle Investoren zu Beginn des Jahres weiterhin einen vorsichtigeren Ansatz verfolgen. In den vergangenen 12 Monaten haben sich die Investoren insbesondere auf Total-Return-Ansätze konzentriert. Dies wird vermutlich auch für 2024 größtenteils der Fall sein. Allerdings könnten sinkende Swap-Sätze und steigende Immobilienrenditen in einigen ausgewählten Märkten dafür sorgen, dass sich Anleger wieder gewinnbringende Fremdfinanzierungen für Immobilien sichern können. Darüber hinaus lockt die drastische Verschiebung des Renditeprofils in bestimmten Sektoren mietertragsorientierte Investoren auf den Markt, und zwar auf einer nicht gehebelten Basis. Mit der Option, sich in der Zukunft zu refinanzieren –  sofern die Zinssätze fallen.

Wonach suchen die Investoren?
Nutzungsartenübergreifend werden sich die Investoren aus dem Nahen Osten aufgrund der robusten Fundamentaldaten weiterhin auf „beds, meds and sheds“ – also Wohnimmobilien, Gesundheits- und Life-Science-Objekte sowie Logistikimmobilien – konzentrieren. Angesichts des starken Investorenwettbewerbs in diesen Nutzungsarten könnte den Anlegern aus dem Nahen Osten allerdings der Markteinstieg bzw. das Erreichen ihrer Renditeanforderungen erschwert werden.

Zuletzt hat auch die Preisentwicklung bei Büroimmobilien Investoren aufhorchen lassen. Wir gehen davon aus, dass dieses Interesse anhalten wird, wobei die Investoren weiterhin sehr selektiv vorgehen und sich auf zukunftssichere Core-Immobilien in den europäischen Gateway-Märkten konzentrieren dürften, insbesondere in Fällen, in denen eine spürbare Preisanpassung nachgewiesen werden kann.

Wo werden die Investoren aktiv?
Auf Länderebene dürfte sich das Interesse im ersten Halbjahr zunächst auf Großbritannien und einige west- und nordeuropäischen Märkte, wie die Niederlande, konzentrieren, da dort bereits erhebliche Preisanpassungen vollzogen wurden. In der zweiten Jahreshälfte wird sich der Fokus wahrscheinlich auf weitere europäische Märkte ausweiten, sofern es auch hier zu weiteren Preisanpassungen kommt und das Vertrauen der Anleger zurückkehrt. Auch der deutsche Markt wird bereits seit einiger Zeit von Investoren aus dem Nahen Osten mit überwiegend hohen Renditeanforderungen sondiert.

 

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