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Auch der Lebensmittelhandel ist nicht onlineresistent

Supermärkte waren einer der widerstandsfähigsten Sektoren in dieser Krise, aber sie sind nicht immun gegen die Beeinträchtigung durch das Online-Shopping. So lag nach Angaben von EHI/bevh der Umsatz im Online-Lebensmittelhandel 2020 bei 2,67 Mrd. Euro (1,3 Marktanteil am LEH) und stieg damit um 67 % gegenüber dem Vorjahr.

Laut einer Umfrage von PwC im Mai 2020 hat mehr als ein Viertel aller europäischen Stadtbewohner während des ersten Lockdowns Lebensmittel hauptsächlich online gekauft. Und je länger die Pandemie andauert, desto größer und langfristiger dürfte der Effekt dieser neuen Gewohnheit sein. Angesichts wohl noch für lange Zeit geltender Abstands- und Hygieneregeln erscheint der Online-Handel zudem noch bequemer als ohnehin schon. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Prognosen zufolge mehr als 80 % der Verbraucher, die während der Pandemie zum ersten Mal Lebensmittel online gekauft haben, dies auch weiterhin tun wollen. Gerade Neulinge in diesem Bereich haben laut PwC positive Erfahrungen mit dem Lieferkomfort und der Qualität frischer Lebensmittel gemacht. Das hat ihnen geholfen, ihre Qualitätsbedenken zu überwinden, die sie zuvor vom Online-Einkauf abgehalten hatten.

Aber nicht überall ist ein solcher Online-Service verfügbar. Zwar ist ein Trockensortiment wie Mehl und Nudeln mittlerweile deutschlandweit erhältlich und auch Kochboxen a la Hello Fresh werden bundesweit geliefert, allerdings können diese den Einkauf im Supermarkt nicht gänzlich ersetzen. Ein vollumfängliches Sortiment inkl. Frischeprodukten bieten hingegen nur wenige Anbieter an. In welchen Gebieten diese liefern, haben wir in der untenstehenden Karte zusammengetragen.

Daraus wird ersichtlich: Die Aktivitäten des Online-Lebensmittelhandels sind bislang größtenteils auf hochverdichtete Regionen begrenzt, seien es Großstädte oder das Ruhrgebiet. Solange die Zustellkosten für die letzte Meile nicht drastisch sinken, dürfte sich das Geschäft auch zukünftig nur auf die Ballungsräume konzentrieren. Der Lebensmitteleinzelhandel in weniger dicht besiedelten Regionen dürfte insofern tatsächlich noch für lange Zeit weitgehend geschützt vor der Online-Konkurrenz sein und somit besonders im Fokus der Investoren stehen.

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