Wird die aktuell schwierige Marktsituation die Nachfrage nach Nahversorgungsimmobilien bremsen oder ist der Boom der Supermärkte noch lange nicht passé?
Nahversorgung in Krisenzeiten: Hat der Supermarkt-Boom ein Ende?
Der Handelsimmobilienmarkt sieht sich aktuell aufgrund globaler und europäischer Krisen einem gewandelten und angespannten Marktumfeld gegenüber – geprägt von hohen Zinsen, hoher Inflation und nachlassender Wirtschaftsdynamik. Auch die Nahversorgungsimmobilien, die während der Corona-Pandemie dank Systemrelevanz, attraktiver Renditen und stabilem Cashflow einen regelrechten Ansturm erlebten und als Assetklasse Core-Status erreichten, sind davon betroffen.
Stadt der kurzen Wege und Mischnutzung
Dennoch erweist sich das Segment als ein weiterhin stabiles Asset für Investoren: Durch den Anstieg mobilen Arbeitens, einer zunehmenden Suburbanisierung und der vielerorts angestrebten „Stadt der kurzen Wege“ mit Quartiersentwicklungen ergeben sich neue Potenzialstandorte für die Branche. Vor allem der Trend zu gemischt genutzten Gebäuden, der die Mononutzung von Objekten zunehmend ablöst, stellt für Nahversorger eine Chance dar und eröffnet Expansionsmöglichkeiten. Und auch die Investoren lernen die Mischnutzung zu schätzen: Allein im letzten Jahr kauften sie gemischt genutzte Objekte für 6,4 Mrd. Euro an.
Lebensmittelhandel trotzt der Krise
Obwohl sich auch der Lebensmitteleinzelhandel dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht entziehen kann und im letzten Jahr sogar Umsatzeinbußen hinnehmen musste, bleibt er ein Wachstumsmarkt. Dafür sorgt schon die steigende Bevölkerungszahl in Deutschland. Aus Investorensicht positiv ist auch die Preissetzungsmacht der Lebensmittelhändler. Im derzeitigen Hochinflationsumfeld können sie die Preise leichter an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben als Einzelhändler anderer Segmente. Die häufig in den Mietverträgen vereinbarte Indexierung der Miete bringt sie daher nicht in betriebswirtschaftliche Nöte.
Ein resilienter Sektor
Trotz der auch weiterhin schwierigen Marktsituation sowohl am Investment- als auch am Nutzermarkt wird das Nahversorgungssegment von den Investoren weiterhin als Core-Sektor gesehen. Die Preise für Supermärkte und Co. mögen gefallen sein, ihr Wert ist es nicht. Insofern ergeben sich für Investoren attraktive Einstiegschancen, zumal das „Arbeiten von überall“ und die Entwicklung hin zur „Stadt der kurzen Wege“ Bedarf für Neuentwicklungen schafft. Der Boom der Supermärkte ist also noch lange nicht passé.
Zum vertieften Nachlesen empfehlen wir einen Blick in den
GRR Basic Retail Report 2022








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