Covid-19

Research Artikel

Frage #10: Was sind die kurzfristigen Folgen für den Hotelsektor?

erstellt am 21. April 2020

Der Hotelsektor ist von der Pandemie und ihren Folgen von allen großen Nutzungsarten am stärksten betroffen. Die Belegungsraten sind weltweit eingebrochen, teilweise um mehr als 90 %. Hierzulande verliert die Branche nach eigenem Bekunden 750 Mio. Euro Umsatz pro Woche. Trotz des jahrelangen Booms der Branche sind die Cash-Puffer zumeist sehr dünn und so haben nicht nur viele Hotels geschlossen, sondern bereits einen großen Teil ihrer Belegschaft entlassen. In Deutschland ist Kurzarbeit das bevorzugte Mittel, Entlassungen sind seltener. Außerdem wenden sich viele Betreiber an ihre Immobilieneigentümer, um eine Stundung oder Reduzierung ihrer Pacht zu verhandeln. Vereinzelt werden die Pachtzahlungen auch einseitig ausgesetzt.

Da eine Wiederaufnahme des normalen Betriebs in den nächsten Monaten kaum möglich sein wird, vermarkten sich inzwischen zahlreiche Hotels
als Alternative zum Home Office. Vereinzelt positionieren sie sich als
gehobene Quarantäne-Orte.

Am Investmentmarkt lassen kapitalstarke Investoren durchaus weiterhin Interesse an Hotelimmobilien verlauten, wobei auf den Betreiber und seine Bonität besonderes Augenmerk gelegt wird. Im Spitzensegment beobachten wir vereinzelt Preisabschläge in laufenden Bieterprozessen und erwarten aufgrund des gesunkenen Risikoappetits steigende Risikoprämien. Der Investmentmarkt ist zunächst eigenkapitalstarken Investoren vorbehalten, weil der Zugang zu Fremdkapital momentan sehr schwierig ist. Dies gilt für die Projektfinanzierung in besonderem Maße, wodurch die Pipeline sicherlich kleiner ausfallen wird als bislang erwartet.


Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Situation und sich rasch ändernden Gegebenheiten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die hier wiedergegebenen Einschätzungen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entsprechen und wir diese nicht aktualisieren.

 

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