Covid-19

Research Artikel

Frage #21: Wie hat sich das Zinsumfeld verändert?

erstellt am 7. Mai 2020

In Folge der COVID-19-Pandemie haben die betroffenen Staaten ihre Ausgaben teils massiv erhöht, um die wirtschaftlichen Kollateralschäden zu begrenzen. Die großen Zentralbanken haben diese fiskalpolitischen Entscheidungen mit expansiven geldpolitischen Maßnahmen unterstützt. Beides wirkt sich auf das globale Zinsumfeld aus, wobei wir im Folgenden auf die Effekte in der Eurozone blicken.

Ein wichtiger Benchmark ist die Rendite für Staatsanleihen höchster Bonität. In der Immobilienwirtschaft dient sie häufig als Referenz für den risikolosen Zins. Die Abbildung unten zeigt die entsprechenden Renditestrukturkurven für Laufzeiten von 1 bis 30 Jahren zu Beginn des Jahres und per Ende April.

Renditestrukturkurve AAA-eingestufter Staatsanleihen im Euroraum

Die Entwickler könnten hier gewillt oder sogar gezwungen sein ihre Projekte aufzuschieben. Erste Folgen könnten dann ab 2021 zu spüren sein. Etwa ein Drittel des für nächstes Jahr in den Top 7 vorgesehenen Fertigstellungsvolumens entfällt auf geplante Projekte, die derzeit noch keine Vorvermietung aufweisen (siehe Abbildung oben). Insgesamt betrifft das 490.000 m2 Bürofläche. In 2022 gilt dies für knapp zwei Drittel der Pipeline bzw. etwa 1,14 Millionen m2. Zum Vergleich: das komplette Flächenfertigstellungsvolumen des vergangenen Jahres betrug rund 1,26 Millionen m2 Bürofläche. Ein Teil dieser Pipeline dürfte nun wegfallen, auch wenn wir das Ausmaß noch nicht kennen.

Aufgrund der aktuell sehr dynamischen Situation und sich rasch ändernden Gegebenheiten möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die hier wiedergegebenen Einschätzungen dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung entsprechen und wir diese nicht aktualisieren.

 

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